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Ein-Jahres-Frist Nebenkosten müssen richtig abgerechnet werden

Vermieter müssen Nebenkostenabrechnungen spätestens ein Jahr nach dem Ende der Abrechnungsperiode an den Mieter geschickt haben. Versäumen sie diese Frist, so sind spätere Nachforderungen ausgeschlossen.

Ausnahme: Der Vermieter hat die Verspätung nicht verschuldet. Ergibt sich für den Mieter ein Guthaben, so hat dieser allerdings über die Zwölf-Monats-Frist hinaus einen Anspruch auf Rückerstattung. Glaubt jedoch der Mieter, dass mit einer fristgerecht zugestellten Abrechnung etwas nicht stimmt, hat er nur ein Jahr Zeit, sich gegen die Abrechnung zu wehren, berichtet der Immobilienverband Deutschland (IVD).

Zahlt der Mieter Nachzahlungen aus einer zu spät bei ihm eingetroffenen Nebenkostenabrechnung, so hat er unter Umständen Anspruch auf Rückerstattung. So urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) unlängst in einem Fall (Az.: VIII ZR 94/05). Er ließ allerdings offen, ob dies generell bei vorbehaltloser Zahlung des Mieters gilt.

In einem weiteren BGH-Urteil (Az.: VIII ZR 115/04) heißt es, dass die Abrechnung zwar fristgerecht zugestellt und formal richtig, aber nicht unbedingt inhaltlich korrekt sein muss. Der Vermieter kann die fehlerhafte Abrechnung dann auch noch nach Ablauf der Jahresfrist korrigieren. Wer dann allerdings feststellt, dass er noch mehr Geld vom Mieter bekommen müsste, kann das nicht mehr einfordern. Ergibt sich in der fehlerhaften Abrechnung etwa, dass der Mieter 200 Euro nachzahlen müsste, in der korrigierten sind es aber 250 Euro, so muss der Vermieter auf die Differenz verzichten. Gleich richtig abzurechnen, lohnt sich also.

Auch sollte der Vermieter darauf achten, dass die Vorauszahlung auf die Nebenkosten den tatsächlichen Kosten möglichst nahe kommt, rät der IVD. Dies spreche auch für die Seriosität des Vermieters.

Viele Vermieter werden ihren Mietern in der nächsten Abrechnung Nachzahlungen abfordern müssen, glauben die Experten: Wegen der extrem gestiegenen Heizkosten werden die Betriebskosten-Nachzahlungen für viele Mietwohnungen in diesem Jahr unerwartet hoch ausfallen.

Der Handelsblatt Expertencall
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