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Ein Mann der leisen Töne Der Gäule-im-Zaum-Halter

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Wenn Sorge eine neue Idee, einen interessanten Gedanken entdeckt, durchbricht noch heute das Leben seine Selbstkontrolle. Er wird lauter, gestikuliert, bewegt sich rasch. Doch die Differenzen zwischen Sorge und dem Jahreszeiten-Verleger Thomas Ganske wurden mit der Zeit unüberbrückbar.

„Ich hatte die Entwicklungsgeschwindigkeit des Hauses überschätzt“, formuliert es Sorge vorsichtig. Auch andere Kollegen aus der Führungsmannschaft des Jahreszeiten-Verlages hätten das Haus kurz nach ihm wieder verlassen. „Hier sind immer wieder Leute weggegangen und haben ordentlich Karriere gemacht“ – das sei eben das Schicksal mittelständischer Unternehmen, heißt es beim Jahreszeiten-Verlag.

Dennoch wurde es für den Medienmanager Zeit für einen Wechsel und einen eindeutigen Neuanfang. Das Radio bot Sorge die Chance dazu – und die Gelegenheit, einen jungen Markt von Anfang an mitzugestalten. In Hannover krempelt er den Radiosender FFN kräftig um, setzt ein werbewirksames Formatradio-Konzept durch. Musikausrichtung und Programmstruktur sind dabei einem genau festgelegten Rahmen unterworfen. Wieder gibt es Konflikte, einige Mitarbeiter sperren sich gegen die Veränderungen und müssen gehen. Sorge fallen die Entlassungen schwer.

Trotzdem ist er glücklich im Radio. Schließlich entspricht das Medium seinem Charakter viel eher als das Zeitschriftengeschäft: „Alle diese Unwägbarkeiten – Artikel, die zu spät oder gar nicht kommen, die unglaublichen Vorlaufzeiten bei der Produktion – die gibt es im Radio nicht“, sagt Sorge. Radio ist planbar, Radio basiert auf Marktforschung, das Programm wird fast mechanisch zusammengesetzt. Trotzdem bewegt es sich sehr schnell, ist direkt und nahe dran an den Menschen.

Denn trotz seiner sorgfältig kultivierten Distanz fühlt sich Sorge dem kreativen Chaos der Medienbranche aufs Tiefste verbunden. Schon als Jugendlicher leitet er den Filmclub in seiner Heimatstadt Uelzen. Magazine und Zeitungen liest er von der ersten bis zur letzten Seite. Und wenn er von der Tochter erzählt, die jetzt vielleicht doch Journalistin wird, dann fangen seine Augen an zu leuchten.

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