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Einmal Prinz sein: Warum ein Unternehmer närrisch ist Lichtgestalt des Karnevals

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Kluth sieht das ähnlich. „Meine Kunden finde ich kaum in Hilden, sondern überall in Deutschland und im Ausland“, stellt Kluth klar. Warum dann? „Sie können im Karneval viel für den Berufsalltag lernen“, lautet die verblüffende Antwort des kantigen Mannes mit der tiefen Stimme.

„Zum Beispiel, wie man sich auf einer Bühne vor Hunderten von Leuten gut präsentiert.“ In einem Altenheim küsste er einer Dame die Hand, und schon „kreischten die Frauen wie die Teenies“, erzählt er. Das sind Erfahrungen, die er nutzt, wenn er in Hamburg oder Dubai für seine Lichtsysteme wirbt.

Aber das Prinzsein ist nicht immer zum Lachen. Kluth, der sich im vergangenen Sommer „aus dem Bauch heraus“ für die Karnevalskarriere entschieden hat, findet sich plötzlich in allen Lokal- und Boulevard-Zeitungen der Region wieder. Jetzt muss er sich Schlagzeilen gefallen lassen wie „Prinzenrolle rückwärts“ oder „Tränen, Zoff, Rücktritte“. Und das alles, weil er seinen eigenen Stil pflegt. Statt wie üblich eine fremde Partnerin als Prinzessin zu engagieren, nahm er seine Frau Marlene, „weil die Chemie mit den Kandidatinnen nicht stimmte“, wie Prinzessin Marlene I. sagt. Außerdem sorgte er mit dem Abgang einer Hofdame für Wirbel.

Die Reaktionen waren so heftig, dass er sich und seine Familie diffamiert sah und deshalb seine Kandidatur für den Hildener Stadtrat zurückzog. Aber beim Narrenvolk kommt der Mann gut an, der keine vorformulierten Texte abliest und den Freunde als „manchmal überraschend unorthodox, aber als ehrlich und direkt“ beschreiben.

Und er lässt sich nicht lumpen. Er investiert nach eigenen Angaben rund 40 000 Euro und 570 Stunden Arbeitszeit in sein Prinzenleben. Dahinter steckt nicht nur Menschenfreundlichkeit. Er kann zwar nicht wie seinerzeit der Leverkusener Brauer Peter Ganser als Kölner Prinz für seinen Gerstensaft werben oder wie der Münsteraner Getränkehändler auf mehr Umsatz hoffen. Aber die Begriffe Licht und Kluth sollen sich schon einprägen. Sein Zepter sieht aus wie eine Riesentaschenlampe. Auf dem Karnevalsorden prangt das Firmenlogo, daneben leuchten drei Birnchen. Und der Tanzgarde in der Hildener Stadthalle überreicht er selbst gefertigte illuminierte Taschen aus Plastik und Metall und kann sich ein „Der Kluth! Helau!“ nicht verkneifen.

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