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Er ist ein Freund "offener Worte" Porträt: Jürgen Schrempp, der Autoboss

Jürgen Schrempp (59) steht seit 1995 an der Spitze des Autoriesen Daimler-Benz, heute Daimler-Chrysler.

HB STUTTGART. Den Kurs seines Vorgängers Edzard Reuter, der den Autobauer in einen breit aufgestellten Technologiekonzern verwandeln wollte, korrigierte Schrempp angesichts hoher Verluste. Der Hobby-Bergsteiger konzentrierte sich auf das Kerngeschäft Auto und verkaufte die meisten übrigen Beteiligungen - zuletzt den Triebwerkshersteller MTU Aero Engines.

Dann schuf sich Schrempp eine eigene Vision: die der Welt AG, eines den Globus umfassenden Autoriesen. Dazu fusionierte er Daimler- Benz 1998 mit dem amerikanischen Hersteller Chrysler und beteiligte den Konzern an den asiatischen Unternehmen Mitsubishi und Hyundai. Den Zusammenschluss mit Chrysler proklamierte Schrempp als „Eheschließung im Himmel“, doch das US-Unternehmen entwickelte sich bald zum Problemfall. Deutsche Manager übernahmen das Steuer in Detroit.

Der gebürtige Freiburger ist ein Freund offener Worte. Das wurde Schrempp 2000 in einem Interview mit der „Financial Times“ zum Verhängnis, als er durchblicken ließ, dass er aus „psychologischen Gründen“ den Umweg einer Fusion wählte, um Chrysler anschließend in eine bloße Sparte des Konzerns zu verwandeln. Kerkorian nahm die Veröffentlichung zum Anlass seiner Klage. Schrempp ist in zweiter Ehe mit seiner Büroleiterin Lydia Deininger verheiratet. Er hat zwei erwachsene Söhne und eine zwei Jahre alte Tochter.

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