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Ernst Dieter Berninghaus heißt der künftige Rewe-Chef Hans Reischls junger Wilder

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Der Vertrauensvorschuss, den der designierte Konzernherr besitzt, ist beachtlich. Sämtliche 16 Aufsichtsratsmitglieder gaben ihm bei der Endabstimmung ihr Votum. Ein überraschender Durchmarsch, denn noch drei Wochen zuvor war das Rennen um den Chefposten offen gewesen. Auch Berninghaus’ Vorstandskollegen Hans Schmitz waren gute Chancen nachgesagt worden, Hans Reischl zu beerben. Externe Kandidaten gab es allerdings nicht. Am Ende punktete das jüngste Vorstandsmitglied mit seinen Erfolgen jenseits der deutschen Landesgrenzen. „Das Auslandsgeschäft hat Berninghaus hervorragend im Griff“, urteilt der Bochumer Rewe-Händler Erich Lenk, der als Aufsichtsrat in Köln über die Geschicke des Konzerns mitbestimmt.

Unter der Ägide des gebürtigen Kölners, der seit 1999 in der Geschäftsleitung und seit 2001 im Vorstand für die Internationalisierung der Rewe-Gruppe verantwortlich ist, haben sich die Filialableger in den inzwischen zwölf Ländern West-, Mittel- und Osteuropas zum wichtigsten Wachstumsträger entwickelt. Jeden vierten Euro setzt die Gruppe mittlerweile außerhalb ihres Heimatlandes um.

Um das Geschäft in Italien, Österreich, Polen und Ungarn voranzutreiben, hatte Konzernchef Reischl 1999 den damals 33-jährigen Berninghaus von der Düsseldorfer Metro AG geholt. Der hatte dort bereits mehrere Führungsaufgaben absolviert – unter anderem bei der von Erwin Conradi gelenkten Metro-Holding in der Schweiz.

Reischls Personalabwerbung erwies sich als Glücksgriff. Berninghaus entwickelte das Österreich-Geschäft („Billa“, „Mercur“, „Mondo“, „Bipa“) zur Ertragsperle, verordnete der von Berlusconi erworbenen maroden Supermarktkette Standa in Italien ein hartes Sanierungsprogramm und fügte mit dem Kauf des Schweizer Lebensmittelhändlers Bon Appétit dem Konzernreich ein weiteres Land hinzu. Der Einstieg bei den Eidgenossen bescherte dem jungen Rewe-Vorstand auch einen persönlichen Sieg: Ausgerechnet sein ehemaliger Chef, der einstige Metro-Oberaufseher Erwin Conradi, musste für ihn den Sessel im Verwaltungsrat der Bon Appétit Group räumen.

Viele Konzernmitarbeiter fürchten allerdings, der neue Chef könne künftig die Rewe-Regiebetriebe wie Minimal, HL oder Otto Mess vernachlässigen. In das Geschäft mit den konzerneigenen Filialen, das heute die Hälfte zum Ertrag des Gesamtkonzerns beiträgt, waren die Kölner 1974 mit der Teilübernahme der Bad Homburger Leibbrand eingestiegen.

Selbst einen Hauch von Stallgeruch kann der künftige Rewe-Chef vorweisen. Schon Berninghaus’ Großeltern betrieben im bergischen Ennepetal einen Rewe-Laden. Ein Aufsichtsrat sagt: „Der weiß genau, wo die selbstständigen Händler der Schuh drückt.“

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