Erster Vertrag läuft Ende April 2008 nach fünf Jahren aus Eon-Chef Bernotat kann auf zweite Amtszeit hoffen

Eon-Chef Wulf Bernotat kann offenbar trotz der gescheiterten Übernahme des spanischen Versorgers Endesa auf eine Vertragsverlängerung hoffen. Am Donnerstag, vor der Hauptversammlung des Unternehmens, wird der Aufsichtsrat nach Informationen des Handelsblatts über die Top-Personalie beraten und Klarheit schaffen.

DÜSSELDORF. Am Montagabend hatte schon der Personalausschuss des Kontrollgremiums getagt. Ein Sprecher des Unternehmens wollte den Termin allerdings nicht bestätigen. In Branchenkreisen galt die Vertragsverlängerung bis zuletzt als fraglich. Bernotat hatte mehr als ein Jahr lang erbittert um die Übernahme von Endesa gerungen, musste sein Prestigeobjekt Anfang April aber letztlich doch verloren geben. Kritiker werfen ihm mangelndes Fingerspitzengefühl im Umgang mit der spanischen Regierung vor, die der Attacke des deutschen Konzerns von Anfang an kritisch gegenüberstand.

Andererseits habe Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann den Kampf um Endesa stets mitgetragen und sogar aktiv vorangetrieben, heißt es in Konzernkreisen. Zudem sei es Bernotat gelungen, die letztlich mit dem italienischen Energiekonzern Enel und dem spanischen Baukonzern Acciona erzielte Einigung, die Eon zumindest Teile von Endesa sichert, noch als Erfolg zu verkaufen. Deshalb gebe es kaum Zweifel an einer Vertragsverlängerung.

Bernotats erster Vertrag läuft Ende April 2008 nach fünf Jahren aus. Da der Vorstandschef im kommenden Jahr schon 60 wird, würde der Anschlussvertrag nach den Gepflogenheiten des Unternehmens allerdings nur zwei Jahre lang laufen. Anschließend wären Verlängerungen um zwei und letztlich noch um ein weiteres Jahr möglich.

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