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EU-Austritt Siemens-Chef Kaeser empfiehlt zweites Referendum im Falle eines ungeordneten Brexits

Führende Konzernchefs warnen eindringlich vor dem unkontrollierten EU-Austritt der Briten. Sie fürchten Versorgungsengpässe und einen Pfund-Absturz.
Update: 16.01.2019 - 18:00 Uhr Kommentieren
Ungeordneter Brexit: Siemens-Chef Kaeser empfiehlt zweites Referendum Quelle: AP
Joe Kaeser

„Es wäre für alle Beteiligten wohl am besten, wenn man jegliche Form eines ungeordneten Brexits noch einmal dem britischen Volk zur Abstimmung vorlegen würde.“

(Foto: AP)

Düsseldorf, München, London Nach der Abstimmungsniederlage von Premierministerin Theresa May im britischen Parlament wächst die Nervosität der deutschen Wirtschaft. Führende Manager warnen vor den wirtschaftlichen Folgen eines Austritts der Briten ohne Abkommen mit der EU und appellieren an die Politik, den drohenden harten Brexit am 29. März doch noch zu vermeiden.

„Der Brexit und seine Abwicklung sind ein Schlag für den europäischen Gedanken und für die europäische Wirtschaftsunion, von dem sich Europa für längere Zeit nicht erholen wird“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser dem Handelsblatt. „Es wäre für alle Beteiligten wohl am besten, wenn man jegliche Form eines ungeordneten Brexit noch einmal dem britischen Volk zur Abstimmung vorlegen würde.“

„Als Unternehmen sind wir der Ansicht, dass ein ‚No Deal‘-Brexit zu Unsicherheiten für unser Geschäft führen wird“, schrieb Eon-Chef Johannes Teyssen nach Information des Handelsblatts an seine Mitarbeiter.

„Es ist wichtig, dass Politiker auf beiden Seiten der Debatte und auf beiden Seiten des Kanals alle verfügbaren Optionen ausloten, um sicherzustellen, dass ein ‚No Deal‘-Brexit vom Tisch genommen wird.“ Eon ist in Großbritannien einer der größten Versorger.

Besonders große Nervosität herrscht in der Autoindustrie: „Das Austrittsabkommen abzulehnen, ohne dass es eine konkrete Alternative für einen anderen gangbaren Weg gibt, ist politisch fahrlässig“, sagte Bernhard Mattes vom Verband der Automobilindustrie (VDA).

Kommt es am 29. März zu einem ungeordneten Austritt, rechnen auch Spediteure mit erheblichen Lieferengpässen. Die Zollabfertigung von täglich 11.000 Lkws am Nadelöhr Calais–Dover stellt Exporteure vor kaum lösbare Probleme.

Auch die Zulassung von Medikamenten oder Chemikalien verliert am jeweils anderen Ufer des Ärmelkanals ihre Gültigkeit. Fraglich ist, ob der Luftverkehr zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa aufrechterhalten werden kann.

„Man sollte die Zukunft nicht leichtfertig verspielen“, mahnte auch Großspediteur Klaus-Michael Kühne. „Deshalb plädiere ich für ein zweites Referendum in Großbritannien.“ Kettensägenhersteller Nikolas Stihl fordert Brüssel zur Standhaftigkeit auf. „Es gibt kein Zugeständnis, dass die Brexit-Befürworter zufriedenstellen könnte, ohne den Zusammenhalt der Rest-EU zu gefährden“, sagte er dem Handelsblatt.

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