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Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff im Jacht-Kampf

Vor fünf Jahren hatte Thomas Middelhoff eine Luxusjacht an der Côte d'Azur gemietet. Heute steht er deswegen vor Gericht. Dabei geht es für den ehemaligen Arcandor-Chef vor allem um seinen guten Ruf.
12.06.2012 - 15:49 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Arcandor-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff. Quelle: dpa

Der ehemalige Arcandor-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vor dem Landgericht Bielefeld kommt es am 22. August zum Kräftemessen zwischen Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und dem Immobilienentwickler Josef Esch. In Middelhoffs ostwestfälischer Wahlheimat gibt es dann die mündliche Verhandlung im jahrelangen Streit um die Luxusjacht "Medici" an der Côte d'Azur. Middelhoff will persönlich erscheinen.

Der Manager hatte die Jacht vor fünf Jahren von der Firma UKEM GbR gemietet. Dahinter verbergen sich der frühere Aufsichtsratschef der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, Georg Baron von Ullmann, Josef Esch, Sal.-Oppenheim-Gesellschafter Matthias Graf von Krockow und Middelhoff selbst. Allerdings hält der nur ein Prozent der Anteile an der UKEM.

Nun wirft die Firma Middelhoff Vertragsbruch vor und fordert von ihm eine Nachzahlung von über 2,5 Millionen Euro einschließlich Zinsen. Doch Middelhoff sieht das ganz anders: Für ihn war der "Medici"-Vertrag keine herkömmliche Anmietung, sondern ein Mietkauf. "Der Vertrag ist klar geregelt. Alle Raten dienten dazu, dass das Boot nach Vertragsende in das Eigentum von Middelhoff gelangt", sagte sein Anwalt Winfried Holtermüller dem Handelsblatt. Der Stuttgarter Advokat spricht von einem "Abzahlungskauf". Esch und seine Partner haben wiederum eine ganz andere Sichtweise des Sachverhalts. Laut "Spiegel" habe Middelhoff die Jacht, die dem Baden-Badener Unternehmer Karlheinz Kögel (Media Control) gehörte, unbedingt haben wollen. Weil er das Geld zum damaligen Zeitpunkt aber nicht gehabt habe, "wandte sich der Beklagte hilfesuchend an Josef Esch, wobei seine Triebfeder ebenso sehr der Wunsch war, das Schiff zu bekommen, wie die Sorge, sich durch eine Absage des Kaufs beim früheren Eigentümer zu blamieren."

Middelhoff wirft Esch unterdessen vor, sich nicht mehr um die 5.500 PS-starke "Medici" an der südfranzösischen Küste zu kümmern. "Das Schiff gammelt im Hafen vor sich hin", lässt der einstige Chef des Medienriesen Bertelsmann über seinen Anwalt mitteilen. "Dabei wäre ein Verkauf des Schiffes das kaufmännisch Sinnvollste. Damit wären alle Kosten mehr als abgedeckt." Doch daran habe Esch offenbar kein Interesse.

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