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Ex-Bertelsmann-COO Das zweite Leben des Ewald Walgenbach

Im Ringen um die Bertelsmann-Spitze zog er einst den Kürzeren. Jetzt kauft Ewald Walgenbach beim Finanzinvestor BC Partners einen Konzern zusammen. Die Übernahmen der beiden Medizinlabor-Firmen Synlab und Futurelab im vergangenen Herbst stehen für rund 400 Mio. Euro Umsatz und sollen die Plattform bilden.
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Ewald Walgenbach hat schon einige Wechsel hinter sich. Quelle: Pressebild

Ewald Walgenbach hat schon einige Wechsel hinter sich.

(Foto: Pressebild)

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Medienbranche hat er rein äußerlich betrachtet zwar noch nicht abgelegt. Am Handgelenk trägt Ewald Walgenbach eine schlichte schwarze Swatchuhr mit giftgrünen Ziffern und keine Rolex, wie es Private-Equity-Manager eigentlich gerne tun. Eine Krawatte hat er auch nicht um, und seine Designer-Brille mit den breiten Bügeln erinnert eher an die Werbe- als an die Finanzindustrie.

Aber auch, wenn er optisch nach wie vor in die Medienszene passt, ins Universum der Finanzinvestoren hat er - wie schon bei früheren Wechseln auch - schnell hineingefunden. Die Übernahmen der Medizinlabor-Firmen Synlab und Futurelab vergangenen Herbst gehen auf sein Konto. Sie sollen die Plattform für einen europäischen Laborkonzern bilden. Weitere Zukäufe sind geplant.

"Mein bisheriges Berufsleben ist eine Historie ständiger Veränderungen", sagt der 51-Jährige. Er spricht ruhig, trocken, analytisch - so wie es seine Art ist. "Ich fand die Möglichkeit, Neues zu lernen, für mich immer sehr reizvoll." Geboren im Westerwald als Sohn eines Schlossers und einer Hausfrau, pfeift er nach dem Studium der Biochemie und Promotion auf die wissenschaftliche Laufbahn und fängt bei der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) an. Nach sechs Jahren wechselt er mit 33 zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim, um sich dann 1994 von Bertelsmann abwerben zu lassen. Er baut die RTL Group auf, wird Chief Operating Officer (COO) des Konzerns und saniert am Ende die hochdefizitäre Buchclub-Sparte Direct Group.

Trotz des unternehmerischen Erfolgs verliert er dann aber im Jahr 2007 den Zweikampf mit Hartmut Ostrowski um die Nachfolge von Gunter Thielen als Bertelsmann-Chef in Gütersloh. Walgenbach mag sich zu den Vorgängen damals nicht äußern. Der Posten hätten ihn gereizt, verbittert wirkt er aber nicht.

Dabei ist Walgenbach ein Medienunternehmer par excellence. Er ist kommunikativ und kann Mitarbeiter begeistern. So besucht er, kurz nachdem er im Herbst 2007 den portugiesischen Buchhändler Bertrand mit 48 Filialen für 25 Mio. Euro gekauft hat, in Lissabon eine verwinkelte Filiale und verteilt vertrauensvoll Freundlichkeiten.

Sein ehrgeiziger Plan: für Bertelsmann eine Buchhandelskette auf der Iberischen Halbinsel aufzubauen. "Da gibt es noch viel Platz für Wachstum", schwärmte der Manager. Doch zur großen Expansion kommt es dann nicht. Die Mohns entscheiden sich gegen ihn als Bertelsmann-Chef. Walgenbach verlässt sein Traumschiff in Gütersloh.

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1 Kommentar zu "Ex-Bertelsmann-COO: Das zweite Leben des Ewald Walgenbach"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ich hatte das Glück Herrn Dr. Ewald Walgenbach und seine Frau persönlich kennen zu lernen.
    Es ist beruhigend, daß ein Mensch wie Dr. Ewald Walgenbach in der großen Wirtschaft mitwirkt. in der Politik fehlt er uns.

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