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Tino Krause

Facebooks neuer Deutschlandchef kennt Media-Agenturen und Marketing-Abteilungen.

(Foto: GroupM)

Ex-CEO von Mediacom Tino Krause wird Facebooks Deutschlandchef

Der Jenaer Tino Krause hat zuletzt die größte deutsche Media-Agentur geführt. Nun muss er um das Vertrauen seiner alten Branchenkollegen werben – und das der Facebook-Nutzer.
Update: 31.01.2019 - 06:44 Uhr Kommentieren

DüsseldorfEigentlich ist Tino Krause ein Mann für die lange Strecke. Schon als Jugendlicher war er Mitglied in einem Leistungssport-Kader in Jena. Marathonläufer ist der 40-Jährige bis heute, mit Bestzeiten um die 2 Stunden und 45 Minuten.

Seine letzte berufliche Etappe war allerdings eher ein kürzerer Lauf: Im November wurde bekannt, dass Krause Deutschlands größte Mediaagentur Mediacom nach nur eineinhalb Jahren als CEO mit unbekanntem Ziel verlässt. Nun ist klar, wohin es ihn zieht: Der 40-Jährige wird Chef von Facebook in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).

Bislang führt Europachef Martin Ott die DACH-Geschäfte in Personalunion, die Position war nach dem Abgang von Marianne Bullwinkel im März 2017 nicht mehr nachbesetzt worden. Doch nun will sich Ott „wieder stärker um übergreifende europäische Themen kümmern können“, sagt er.

Ab Anfang Februar wird deshalb Krause die 150 Facebook-Mitarbeiter im deutschsprachigen Raum von Hamburg aus führen – seine Frau und die beiden Kinder bleiben aber in München. Er freue sich sehr auf die neue Aufgabe, lässt er wissen: „Schon bei meinen ersten Gesprächen war ich begeistert von den Menschen, mit denen ich nun gemeinsam bei Facebook arbeiten werde.“

Facebook stößt in Europa, seinem nach Nutzern und Umsatz zweitgrößten Markt, an eine Wachstumsgrenze. Zahlen für einzelne Länder kommuniziert das Unternehmen zwar nicht. Europaweit aber hat das soziale Netzwerk im zweiten und dritten Quartal vergangenen Jahres Nutzer verloren: Zuletzt sank die Zahl monatlich aktiver Facebook-Mitglieder von 376 auf 375 Millionen. Im vierten Quartal wuchs die Nutzerzahl allerdings wieder.

Was er sich selbst beruflich und privat abverlangt, das erwartet er auch von seinen Mitarbeitern. Ein Insider aus Tino Krauses Umfeld

Die vorübergehende Stagnation war auch Ausdruck einer Vertrauenskrise, mit der das soziale Netzwerk wegen seiner langen Serie von Datenskandalen zu kämpfen hatte. Seit Facebook-Topmanagerin Sheryl Sandberg von ihrer Entschuldigungs-Tour in Europa vor gut einer Woche zurückgekehrt ist, kam heraus, dass Facebook jungen Nutzern für 20 Dollar pro Monat einen weitreichenden Zugang zu Daten auf ihrem Smartphone abgekauft hat. Ein neuer Aufreger, der für neue Diskussionen sorgt.

Dass unter solchen Geschichten nicht auch das Geschäft leidet, wird in den nächsten Monaten das wichtigste Thema für Krause sein. Dafür muss er vor allem die Werbekunden bei Laune halten.

Es warten schwierige Aufgaben

Dabei dürfte dem Betriebswirt sein Netzwerk helfen. Vor seiner Zeit bei Mediacom arbeitete er in Agenturen und Unternehmen, unter anderem als Chef der Mediaagentur MEC (heute Wavemaker), bei Telefónica und Audi. Krause ist in der Werbebranche und in der Industrie gleichermaßen vernetzt. Diese Kontakte in Agenturen und Marketingabteilungen werden ihm sicher Türen öffnen. 

Ex-Kollegen beschreiben Krause als ehrgeizigen und zielstrebigen Teamspieler. Gleichzeitig sei er aber auch einer, der polarisiert. „Denn das, was er sich selbst beruflich und privat abverlangt, das erwartet er auch von seinen Mitarbeitern“, sagt einer, der ihn gut kennt. Dadurch habe er Fans gewonnen, aber es gebe eben auch immer wieder Kollegen, die damit nicht umgehen können. Gegenüber Kunden haben ihn Weggefährten als guten Verhandler in Erinnerung, einer der tief in den Themen steckt.

Das werden seine künftigen Verhandlungspartner aus der Werbewirtschaft testen. Die Entscheider über Budgets halten Facebook und seinem Tochterunternehmen Instagram zwar bislang die Treue, es gibt allerdings Kritik an der Marktmacht und Intransparenz der großen Plattformen. „Wir wissen noch viel zu wenig darüber, welchen Beitrag Kampagnen auf Facebook und Google im Marketing-Mix wirklich leisten“, sagte der Chef der größten deutschen Mediaagentur im März 2017 in einem Interview. Sein Name: Tino Krause.

Nun hat Krause die besten Voraussetzungen dafür, diese Wissenslücke zu füllen. Facebooks Werbekunden wird das jedenfalls brennend interessieren.

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