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Ex-Chef von Starbucks Kaffee-Milliardär Howard Schultz will ins Weiße Haus

Der ehemalige Starbucks-Chef möchte wohl als unabhängiger Kandidat ins Rennen um die US-Präsidentschaft einsteigen. Politische Position: gegen Trump.
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Der Kaffee-Milliardär könnte als Unabhängiger für die Präsidentschaft kandidieren. Quelle: AFP
Howard Schultz

Der Kaffee-Milliardär könnte als Unabhängiger für die Präsidentschaft kandidieren.

(Foto: AFP)

New YorkAls Howard Schultz 2008 aus dem Aufsichtsrat zurück auf den Chefposten wechselte, um Starbucks aus der Krise zu retten, hängte er im Büro ein Poster auf: Jemand wühlte mit den Händen im Schlamm. „Nur diejenigen sind erfolgreich, die bereit sind, ihre Hände schmutzig zu machen“, stand darunter. „Die Leute dachten, ich bin verrückt geworden“, erinnerte sich Schultz vor Jahren im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er wollte zeigen, dass man anpacken muss. „Der Erfolg hat uns verführt.“

Der 65-Jährige war noch nie jemand, der seine Hände in den Schoß legt. Nun will er laut US-Medien als Partei-Unabhängiger für das Weiße Haus kandidieren. Offiziell hat er sich nicht festgelegt. Aber immer wieder mischte er sich in die Politik ein, schrieb Briefe an den Kongress, scharte Unternehmer hinter sich, um ein Zeichen gegen Donald Trump zu setzen.

Als der US-Präsident die Einreise in die USA verschärfte, kündigte Schultz etwa an, weltweit 10.000 Immigranten bei Starbucks einzustellen. „Seit einiger Zeit bin ich zutiefst beunruhigt über unserer Land – die zunehmende Spaltung zu Hause und unserer Ansehen in der Welt“, sagte er im vergangenen Juni, als er sich von Starbucks zurückzog.

Dass der langjährige Demokrat nun als Unabhängiger kandidieren könnte, finden viele Demokraten gar nicht witzig. Er könnte damit die Stimmen der Trump-Gegner aufsplitten und die Chancen eines Demokraten schmälern. „Tu es einfach nicht“, rät ihm Tina Podlodowski, die Vorsitzende der Demokraten im Bundesstaat Washington, in dem auch Starbucks seinen Sitz hat. „Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass es um die Ambitionen einer einzelnen Person gehen darf.“

Zuletzt trauen sich immer mehr Bewerber wie Elizabeth Warren und Kamala Harris aus der Deckung, die für die Präsidentschaft kandidieren und Trumps zweite Amtszeit vereiteln wollen. Auch der Milliardär Michael Bloomberg vom gleichnamigen Medienkonzern gilt als möglicher Kandidat.

Schultz beginnt Ende des Monats eine Tournee, auf der er seine Memoiren vorstellt. Auch das wird als Indiz gewertet, ist es doch ein Klassiker für Politiker – die sich den Wählern in Person näherbringen wollen. Tatsächlich hat der Milliardär – sein Vermögen wird auf 3,3 Milliarden Dollar geschätzt – einiges zu erzählen. Er stammt aus einfachen Verhältnissen in Brooklyn.

Als Erster seiner Familie absolvierte er die Uni. Über seinen Job beim Haushaltsgerätehersteller Hammerplast lernte er Starbucks kennen, die damals nur Edelkaffee rösteten und Kaffeemaschinen verkauften.

Inspiriert von seinen Reisen nach Italien gründete er später sein eigenes Kaffeehaus, mit dem er 1987 Starbucks mit Sitz in Seattle übernimmt. Die Kette wächst rapide – erst im Inland, dann auch im Ausland. Dass Starbucks-Mitarbeiter schon seit Jahren alle krankenversichert sind, in den USA alles andere als selbstverständlich.

Es hat mit Schultz’ Vater zu tun: Der arbeitete als Bauarbeiter, brach sich das Bein und stützte die Familie in eine finanzielle Krise. So etwas, nahm sich Schultz vor, sollte anderen nicht passieren.

Jetzt macht sich Schultz die Hände offenbar wieder schmutzig. Ob der charismatische Milliardär jedoch die Schlammschlachten überstehen wird, die Präsidentschaftswahlkämpfe mit sich bringen, muss sich zeigen. Schultz kann zuhören, gewinnt sein Gegenüber mit Empathie, ist gewohnt, mit guten Argumenten zu überzeugen und konstruktive Lösungen zu finden. Er versprüht Harmonie. Doch in Washington erwartet ihn eine Wahlkampfmaschinerie, in der Fakten verzerrt und Lügen verbreitet werden.

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