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Ex-Nissan-Chef Automanager Carlos Ghosn hat das Gefängnis wieder verlassen

Der in Japan inhaftierte Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn ist wieder auf freiem Fuß. Ein Gericht in Tokio billigte an diesem Donnerstag seine Entlassung.
Update: 25.04.2019 - 15:56 Uhr Kommentieren
Im November vergangenen Jahres war er in Tokio wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen erstmals in Haft genommen worden. Quelle: Reuters
Carlos Ghosn

Im November vergangenen Jahres war er in Tokio wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen erstmals in Haft genommen worden.

(Foto: Reuters)

Tokio Der in Japan angeklagte Ex-Chef des Renault-Partners Nissan, Carlos Ghosn, hat das Gefängnis in Tokio nach Zahlung einer Kaution am späten Donnerstagabend (Ortszeit) verlassen. Am Morgen hatte ein Gericht in Japans Hauptstadt dem 65-Jährigen die Freilassung gewährt. Die Höhe der Kaution sollte 500 Millionen Yen (rund vier Millionen Euro) betragen.

Im November vergangenen Jahres war der prominente Automanager in Tokio wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen erstmals in Haft genommen worden. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn wurde angeklagt und erst nach monatelanger Haft gegen eine Kaution von damals einer Milliarde Yen entlassen. Knapp vier Wochen nach seiner Freilassung wurde er Anfang dieses Monats dann erneut in Untersuchungshaft genommen.

Die Staatsanwaltschaft erhob erst Anfang dieser Woche zum vierten Mal Anklage wegen Zahlungen an einen Vertriebspartner im Oman. Die Verteidigung wirft der Staatsanwaltschaft mit dieser in Japan üblichen Taktik vor, Ghosn unter Druck setzen zu wollen, bis er am Ende einknickt.

Doch hat Ghosn deutlich gemacht, kein Geständnis unterzeichnen zu wollen. In einem kürzlich von seinem japanischen Anwalt veröffentlichten Video beteuerte er nochmals seine Unschuld. Der prominente Automanager sieht sich als Opfer einer Verschwörung.

Laut der neuen Anklage wird Ghosn vorgeworfen, eine Tochter von Nissan in den Vereinigten Arabischen Emiraten angewiesen zu haben, zehn Millionen Dollar an einen Vertriebspartner in Oman zu zahlen. Davon soll die Hälfte an ein Konto der zu Ghosn gehörenden libanesischen Investmentfirma Good Faith Investments geflossen sein.

Ein Teil dieser Gelder soll dann an eine Firma seiner Frau weitergeleitet worden sein. Davon könnte unter anderem eine Luxusjacht für Ghosns Familie gekauft worden sein, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Einen Termin für einen Prozess gegen Ghosn gibt es nicht.

Der gebürtige Brasilianer hatte 1999 den Einstieg des französischen Autoherstellers Renault bei Nissan gemanagt. In die bis dato beispiellose Auto-Allianz wurde dann auch Mitsubishi Motors eingebunden. Nur wenige Tage nach seiner Verhaftung im November hatten ihn Nissan und Mitsubishi als Verwaltungsratschef gefeuert. Kürzlich warf ihn Nissan dann auch aus dem Verwaltungsrat.

  • dpa
  • ap
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