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Ex-Nissan-Chef „Euer Ehren, ich bin unschuldig“ – Ghosn weist vor Gericht Anschuldigungen zurück

In einer Anhörung vor einem Gericht in Tokio meldet sich der Ex-Chef von Nissan erstmals zu Wort. Die Vorwürfe gegen ihn seien allesamt unbegründet.
08.01.2019 Update: 08.01.2019 - 06:41 Uhr Kommentieren
Ex-Nissan-Chef : Carlos Ghosn weist Anschuldigungen zurück Quelle: Reuters
Gerichtszeichnung

Seit Ghosns Festnahme wankt die Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi.

(Foto: Reuters)

Tokio Der in Japan verhaftete Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn hat bei der ersten Anhörung vor Gericht die Anschuldigungen gegen sich zurückgewiesen. „Euer Ehren, ich bin unschuldig“, sagte der 64-jährige Automanager am Dienstag in Tokio.

Er war am 19. November wegen Verdachts auf Verstoß gegen Börsenauflagen festgenommen worden. Er wird beschuldigt, jahrelang sein Einkommen unvollständig angegeben zu haben. Ihm droht eine jahrelange Gefängnisstrafe.

„Ich werde zu Unrecht beschuldigt“, las der in dunklem Anzug und weißem Hemd ohne Krawatte gekleidete Ghosn mit fester Stimme aus einer schriftlichen Stellungnahme vor. Er habe „immer ehrenhaft und legal“ gehandelt.

Ghosn hatte bei Gericht eine Forderung eingereicht, die Gründe für seine Untersuchungshaft zu hören. Einen Termin für einen Prozess gegen den Automanager gibt es noch nicht.

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    Der Vorsitzende Richter Yuichi Tada erklärte, dass es in Anbetracht der Aussagen involvierter Personen sowie von Ghosn selbst möglich sei, dass Nissan Schaden zugefügt worden sei. Das Gericht hält die Untersuchungshaft für notwendig, um zu verhindern, dass Beweise gegen Ghosn vernichtet werden könnten. Zudem könnte Ghosn aus Japan zu fliehen versuchen. Der Manager hat drei Staatsangehörigkeiten: die brasilianische, die libanesische und die französische.

    Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn vor, jahrelang Einkommen zu niedrig angegeben zu haben. Zudem soll er auch private Investitionsverluste auf seinen früheren Arbeitgeber, den er einst vor einer nahen Pleite gerettet hatte, übertragen haben.

    Ghosn wies die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen gegen ihn seien allesamt unbegründet. Ihm liege Nissan am Herzen. 20 Jahre lang habe er mit Hingabe dafür gearbeitet, den Konzern wieder aufzubauen. Er habe – anders als von der Staatsanwaltschaft dargestellt – von Nissan nie Bezüge erhalten, die nicht auch öffentlich gemacht worden seien.

    Der in Brasilien geborene Franzose mit libanesischen Wurzeln hat die Anhörung über seine Anwälte selbst beantragt. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt seit der Festnahme. Ghosn, der Nissan einst vor der Pleite bewahrte, betrat das Gerichtsgebäude in Handschellen.

    Ghosn sah dünner aus als man ihn von jüngsten Aufnahmen her kannte. Seine Wangenknochen traten nun deutlich erkennbar hervor. Ghosn betrat den Gerichtssaal in dunkelgrünen Plastiklatschen, ähnlich denen, die in Japan auf Toiletten in Herbergen benutzt werden. Zwei Bewacher nahmen seine Fesseln ab und setzten sich neben ihn auf eine Bank vor seinen drei Verteidigern.

    Seit Ghosns Festnahme wankt die Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Ghosn war jahrelang die treibende Kraft hinter dem Auto-Bündnis. Während er nach seiner Verhaftung bei Nissan und Mitsubishi seiner Ämter enthoben wurde, muss er seinen Chefposten bei Renault bisher nur ruhen lassen.

    • rtr
    • dpa
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