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Ex-Top-Manager Middelhoff beteuert: „Nicht einmal einen Cent habe ich zurückgelegt“

Der ehemalige Karstadt-Chef ist wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilt. Das Urteil jedoch hält er für „fragwürdig“ – und wehrt sich gegen ein neues Ermittlungsverfahren.
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Der frühere Arcandor-Chef versucht sich nach seiner Verurteilung als Buchautor. Quelle: dpa
Thomas Middelhoff

Der frühere Arcandor-Chef versucht sich nach seiner Verurteilung als Buchautor.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der ehemalige Topmanager Thomas Middelhoff stellt am Dienstag sein neues Buch vor. Es trägt den Namen „Schuldig“. Vorab stellt der wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilte in einem Interview klar, dass der Buchtitel lediglich auf seine moralische „Schuld“ abzielt.

Er glaube nach wie vor, „dass das juristische Urteil ein fragwürdiges ist“, sagte Middelhoff der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). „Das sehen auch viele Anwälte, Richter und andere Experten so.“ Er sei unabhängig vom Urteil „auf jeden Fall schuldig, weil ich in Teilen meinen Charakter verloren und gegen die Wertmaßstäbe der Gesellschaft verstoßen habe.“

Middelhoff war einst einer der Top-Manager in Deutschland. Von 1998 bis 2002 war er Chef des Medienkonzerns Bertelsmann. 2005 hatte er die Führung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns übernommen. Er startete ein umfangreiches Umbau- und Kostensenkungsprogramm. Der Konzern wurde in Arcandor umbenannt.

2009 wurde Middelhoff an der Firmenspitze abgelöst, wenig später musste Arcandor Insolvenz anmelden. „Fachlich haben sich alle strategischen Entscheidungen bei Arcandor und Karstadt­Quelle als die richtigen erwiesen“, behauptet Middelhoff im FAS-Interview.

Vor knapp fünf Jahren wurde er wegen Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung in drei Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Dabei ging es unter anderem um Charterflüge, die er aus Sicht des Gerichts zu Unrecht über die Firma abgerechnet hatte. Middelhoff hatte die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. 2017 kam er vorzeitig frei.

Im vergangenen Jahr wurde erneut ein Ermittlungsverfahren gegen Middelhoff eingeleitet. Dabei soll es um den Vorwurf gehen, der ehemalige Top-Manager habe vor seiner Privatinsolvenz Geld verschoben. Dagegen wehrt sich Middelhoff in der FAS: „Nicht einmal einen Cent habe ich zurückgelegt.“

Er lebe von Pensionsansprüchen, vor allem aus seiner Zeit bei Bertelsmann. „Ich bin 66 Jahre alt und bekomme von diesen Bezügen den mir zustehenden pfändungsfreien Teil.“ Die Einnahmen aus seinen Büchern würden in die Insolvenzmasse fließen.

Mehr: Thomas Middelhoffs Anwesen in Ostwestfalen wurde 2018 verkauft. Die Gläubiger des Ex-Karstadt-Chefs werden davon allerdings wenig haben.

  • HB
  • dpa
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