Fabrice Brégier Eurocopter-Chef: Musterknabe auf Abruf

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Brégier, der Deutsch und Englisch beherrscht, hat eine typische französische Managementkarriere hinter sich. Er absolvierte die Eliteschmiede Polytechnique, durchlief die Beraterstäbe der Pariser Ministerien. 1993 wechselt der Vater dreier Kinder zum Rüstungskonzern Matra, das zum Imperium des heutigen EADS-Großaktionärs Lagardère gehört. 1998 übernimmt Brégier die Leitung des Lenkwaffenspezialisten Matra BAE-Dynamics, 2003 wird er Chef bei Eurocopter. Eine gute Wahl. Denn seit dem 11. September 2001 hat der Helikopter Konjunktur. Polizei und Grenzschützer schätzen die flexiblen Drehflügler für die Luftüberwachung. Militärs brauchen Helis für Einsätze von Kosovo bis Afghanistan. Doch auch das Zivilgeschäft boomt: Vor allem die Ölgesellschaften nutzen ihre sprudelnden Gewinne, um sie in die Erschließung neuer Förderstätten zu investieren. Deren Versorgung ist meist nur mit Hubschraubern möglich. Je abgelegener der Einsatzort, desto besser das Verkaufsargument. „Mittlerweile nehmen die Lappen in Finnland Helikopter, um ihre Rentierherden zusammenzuhalten“, sagt Brégier. „Der Markt wird mindestens die nächsten drei Jahre noch kräftig wachsen“, ist er überzeugt. Eurocopter investiert in Korea, China und Indien und ist viel weiter internationalisiert als die Flugzeugschwester Airbus. Für drei Milliarden Euro orderte die US-Army im Juli Helikopter bei den Europäern. Damit hat die Helisparte der EADS das Tor für den wichtigsten Verteidigungsmarkt der Welt weit aufgestoßen. „Ich bin froh, bei Eurocopter zu sein“, sagt Brégier. Er weiß, dass es seinen Ambitionen schadet, wenn er seine Ansprüche allzu offensiv vorträgt. Denn nachdem Louis Gallois als EADS-Vorstand auch noch die Führung bei Airbus übernommen hat, erweckt ein zweiter Franzose an der Spitze Argwohn auf der deutschen Seite. Unklar ist seine Rolle bei Aktiengeschäften, mit denen ein Teil des EADS-Managements für Schlagzeilen sorgte. Wie Ex-Konzernchef Noël Forgeard verkaufte Brégier in diesem März EADS-Aktien – kurz bevor der Konzern die Probleme mit dem Riesenflieger A 380 eingestehen musste und der Kurs einbrach. Die Ermittlungen der Börsenaufsicht führten zum Sturz Forgeards. Brégier betont, dass bei ihm noch keine Ermittler vorstellig geworden seien. Der Posten in der Airbus-Zentrale käme Brégier nicht nur aus Karrieregründen gelegen. Von Toulouse aus könnte er weiter mit wenig Aufwand zu den Heimspielen des Fußballclubs Olympique Marseille reisen. Allerdings hat er es jetzt, von seinem Hauptbüro in Marseille, viel näher.

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