Faktor Mensch Lieber Fußball-WM als Quallen auf Mallorca

Mallorca oder Sylt? Das war bisher die Frage aller Fragen, die uns ab Juni bewegte. Dieses Jahr ist es gar nicht so verkehrt, zu Hause zu bleiben.
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In ihrer Kolumne schreibt Tanja Kewes über Sonnenkönige in der Wirtschaft, Kabinettstückchen in der Politik, unseren Arbeitsalltag mit Chefchefs und den lieben Kollegenkurrenten sowie Fragen, die uns Tag und Nacht bewegen.
Chefreporterin Tanja Kewes

In ihrer Kolumne schreibt Tanja Kewes über Sonnenkönige in der Wirtschaft, Kabinettstückchen in der Politik, unseren Arbeitsalltag mit Chefchefs und den lieben Kollegenkurrenten sowie Fragen, die uns Tag und Nacht bewegen.

Womit haben wir das verdient? Die schönste Zeit des Jahres naht, die Sommerferienzeit, und unsere Aussichten auf unbeschwerte Tage an Strand und Meer verfinstern sich wie ein blauer Himmel bei aufziehendem Gewitter.

Mallorca oder Sylt? Das war bisher die Frage aller Fragen, die uns ab Juni nur noch bewegte. Und egal, ob wir uns für die Insel im Süden oder Norden entschieden, uns war eine unbeschwerte Sommerfrische unter unseres Gleichen mehr oder weniger garantiert. Doch dieses Jahr?

Dieses Jahr haben wir wie zwischen Pest und Cholera die Qual der Wahl zwischen Qualle und Stau. Uns Deutschen liebste Reiseziele liefern dieser Tage schlechte Nachrichten.

Mallorcas Strände macht die giftige Qualle „Portugiesische Galeere“ unsicher. Als wäre die Ballermann-Fraktion, die uns seit Jahren vom Flieger bis zum Strand begleiten, nicht schon ätzend genug gewesen... Und nach Sylt stockt der Bahnverkehr mittels Autozug über den Hindenburgdamm. Als wäre die Anreise mit dem Auto quer durch den Elbtunnel nicht schon schlimm genug gewesen...

Was interessieren uns angesichts dieser Notlage die wirklich wichtigen Themen, die uns dieser Tage bewegen sollten – wie die nächste, uns drohende Finanzkrise, die Vermüllung der Weltmeere mit Plastik oder die Irr- oder Wirrheiten der Herren Donald Trump oder Kim Jong Un?

Eine giftige Quallenart hält Urlauber auf Mallorca und anderswo in Spanien vom Wasser fern. Quelle: dpa
Flaggen warnen vor Quallen

Eine giftige Quallenart hält Urlauber auf Mallorca und anderswo in Spanien vom Wasser fern.

(Foto: dpa)

Unser so was von wohlverdienter Urlaub ist in Gefahr. Stellen Sie sich mal vor, Sie schwimmen da friedlich im Meer und plötzlich haben Sie so eine Qualle am Hals? Vor Schreck und Schmerz schlucken Sie wahrscheinlich ekliges Salzwasser. Oder Sie stehen vier Stunden im Stau auf diesem Hindenburgdamm.

Vor lauter Verzweiflung wünschen sie sich dann Air Berlin zurück oder fangen an, sich auf Wikipedia durchzulesen, warum dieser sch... Damm nach Hindenburg benannt ist und wann er das letzte Mal renoviert wurde.

Tja, das war es dann wohl mit den „schönen Grüßen“ aus dem Urlaub. Das Selfie aus dem Stau oder mit Tentakeln am Hals machen dann wohl selbst die größten Selbstdarsteller und Trotzdem-toll-Euphemisten nicht.

Was bleibt uns? Wir könnten dieses Jahr einfach mal zu Hause bleiben. Schließlich klingt das Fernsehprogramm spannend. Nein, ich meine nicht die Krimis, die in zehnter Wiederholung auf allen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gleichzeitig wieder laufen werden. Sondern die Fußball-WM in Russland. Die verspricht Spiel, Schweiß, Aufregung und Stolz.

Und was, wenn wir mit unserer Mannschaft, die noch nicht mal steht, wider Erwarten früh ausscheiden? Was dann? Dann trösten wir uns mit einem Kaltgetränk – ohne Plastik-Strohhalm natürlich – damit, dass Holland und Italien gar nicht mit dabei waren und wir weder die Qualle am Hals hatten noch im Stau standen.

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