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Familienunternehmen Finanzvorstand Heuwing verlässt Knorr-Bremse

Der Bremsenhersteller muss nach dem Vorstandsvorsitz auch einen neuen Finanzchef suchen. An der Börse kommt diese Nachricht nicht gut an.
Update: 07.11.2019 - 09:25 Uhr Kommentieren
Auch der Finanzvorstand verlässt das Unternehmen. Quelle: Knorr-Bremse AG
Ralph Heuwing

Auch der Finanzvorstand verlässt das Unternehmen.

(Foto: Knorr-Bremse AG)

Stuttgart Wenn ein Preis für Fluktuation in der Führungsetage zu vergeben wäre, Knorr-Bremse wäre wohl Seriensieger. So reiht sich jetzt auch Finanzchef Ralph Heuwing in die Reihe derer, die es im Unternehmen von Heinz Hermann Thiele nicht lange aushielten. Nach Vorstandschef Klaus Deller vor wenigen Monaten geht jetzt die Nummer zwei des Bremsen-Weltmarktführers.

Der 53-Jährige werde sein Vorstandsmandat Ende April 2020 beenden‚ „um sich beruflich neu zu orientieren“, teilte das Familienunternehmen mit. Er werde aber noch den von Linde zu Monatsbeginn gekommenen neuen Vorstandschef Bernd Eulitz einarbeiten und sich um den Jahresabschluss 2019 kümmern. Klar ist, da hat jemand schnell einen Schlussstrich gezogen, zumal es keinen Nachfolger gibt.

Für Aufsehen hatte vor zwei Jahren bereits Heuwings Wechsel von Anlagenbauer Dürr zu Knorr gesorgt. Bei Dürr hatte er nicht nur die Zahlen gut im Griff, sondern auch die Integration des Holzmaschinenbauers Homag geleitet. Verstimmungen mit Dürr-Chef Ralf Dieter sind nicht bekannt.

Heuwing ist aber ein Mann mit Ambitionen. Zumindest soll die mögliche spätere Option auf den Chefposten beim Wechsel zu Knorr eine Rolle gespielt haben. In München war er maßgeblich am Gelingen des Teilbörsengangs beteiligt.

Nach Dellers Abgang hat sich Heuwing laut Branchenkreisen Hoffnungen gemacht, erstmals Chef zu werden. Weil das nicht klappte, ging er jetzt. Dass die Knorr-Aktie daraufhin um gut fünf Prozent einbrach, ist ein Fingerzeig.

Neue Jobangebote für ihn werden wohl bald kommen. Ein Chefposten sollte es aber schon sein. Beim Autozulieferer Mann+Hummel ist gerade einer frei geworden. Allerdings müsste Heuwing dafür zurück ins Schwäbische.

Mehr: Das Eisenbahn-Geschäft brachte Knorr-Bremse zuletzt nur Verluste ein. Darum trennt sich der Hersteller nun von der defizitären Unternehmenssparte.

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