Firmen-Übernahmen Nur ein zartes Pflänzchen Hoffnung

Warren Buffett kauft Heinz Ketchup, Gerüchte über eine Übernahme Vodafones machen die Runde: Das Geschäft mit Mega-Übernahmen scheint Konjunktur zu haben. Doch gegen die Fusionsdürre kommen nur wenige Pflänzchen an.
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Ein zartes Pflänzchen Hoffnung. Quelle: dpa

Ein zartes Pflänzchen Hoffnung.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEs war ein heftiges Dementi, mit dem der US-Telekomkonzern Verizon am Dienstagabend auf Gerüchte reagierte, Interesse an einer Übernahme des britischen Mobilfunkers Vodafone zu haben. Es gebe keine Absichten, ein Kaufangebot vorzulegen, hieß es. Zuvor hatte die britische Financial Times in einem Blog berichtet, dass die Amerikaner eine Vodafone-Übernahme gemeinsam mit dem Rivalen AT&T planten.

Das Hin und Her schickte die Aktien auf eine Berg- und Talfahrt. Doch selbst wenn es nur ein Gerücht war: Die Tatsache, dass einer solchen möglichen Mega-Fusion Glauben geschenkt wird, hängt mit einigen großen angekündigten Firmenübernahmen in den vergangenen Wochen zusammen. Doch das Bild trügt: Die Trockenzeit der Firmenübernahmen ist nach Jahren der Finanzkrise immer noch nicht wirklich beendet. „Es wird in diesem Jahr weltweit einen Rückgang bei den Übernahmeaktivitäten geben“, prognostiziert Prof. Christopher Kummer vom Institute of Mergers, Acquisitions and Alliances (IMAA) in Wien.

Auf Kauftour waren zwar zuletzt Warren Buffett, der gemeinsam mit dem Investor 3G Capital den Lebensmittelhersteller Heinz für 27 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) schluckt. Der Gründer des PC-Herstellers Dell, Michael Dell, will die Firma gemeinsam mit einem Partner von der Börse nehmen und der US-Kabelnetzbetreiber Liberty Global kauft die britische Virgin Media für 21,8 Milliarden Dollar.

Am Mittwoch hieß es, dass der brasilianische Pharmakonzern Ache für mehr als fünf Milliarden Dollar den Besitzer wechseln könnte – Konkurrenten wie Novartis, Pfizer und Abbott stünden Schlange. Und der US-Gentechnikspezialisit Life Technologies könnte gar elf Milliarden Dollar einbringen, derzeit hat wohl der Laborausrüster Thermo Fischer die Nase vorn.

Doch bei diesen Deals ist nichts in trockenen Tüchern und die wirklich großen Geschäfte waren alle im Februar angekündigt worden – der März hingegen gilt als der schwächste Übernahmemonat seit 2009, als die globale Konjunktur auf Talfahrt ging. Dabei scheint das Umfeld derzeit eigentlich günstig. Die lockere Geldpolitik hält die Zinsen niedrig und machen die Unternehmensfinanzierung günstig, was den Übernahmehunger treiben könnte. Auch die gestiegenen Aktienkurse – die wichtigen US-Indizes haben ihre Allzeithochs zuletzt hinter sich gelassen – lassen Anteilsscheine als Akquisitionswährung wieder an Gewicht zulegen.

In Deutschland ist wenig los
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