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Früherer Chrysler-Chef Der Vater des Ford Mustang: Automanager Lee Iacocca ist tot

Er rettete Chrysler vor der Pleite und gilt als Miterfinder des legendären Ford Mustang. Nun ist Lee Iacocca im Alter von 94 Jahren gestorben.
Update: 03.07.2019 - 08:42 Uhr Kommentieren
Der Automanager rette den Konzern in den 1980er-Jahren vor der Pleite. Quelle: AP
Lee Iacocca 1980 als Chrysler-Chef

Der Automanager rette den Konzern in den 1980er-Jahren vor der Pleite.

(Foto: AP)

Washington Die Automobil-Ikone Lee Iacocca ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte Fiat Chrysler (FCA) am Dienstagabend (Ortszeit) mit. In einer Mitteilung würdigte FCA die Rolle, die Iacocca als Chef des Chrysler-Konzerns gespielt hatte. Die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf die Tochter Lia Iacocca Assad, Lee Iacocca sei in Kalifornien an den Folgen von Parkinson gestorben.

Iacocca wird zugeschrieben, Chrysler im Jahr 1980 vor der Pleite bewahrt zu haben. „Er war einer der großen Führer unseres Unternehmens und der gesamten Autoindustrie“, hieß es in der Mitteilung. Iacocca habe eine „historische Rolle“ dabei gespielt, Chrysler durch die Krise zu führen.

In den 1970er-Jahren war der visionäre Manager Chef des US-Automobilkonzerns Ford. Iacocca gilt als einer der Väter des legendären Ford Mustang, der bis heute produziert wird.

Iacocca hatte eine steile Karriere in der Automobilindustrie hingelegt, im Alter von nur 36 Jahren war er bereits zum Vizepräsidenten von Ford aufgestiegen. Nachdem er 1978 von einem der Nachfahren des Firmengründers entlassen worden war, wurde er bald darauf Chef von Chrysler. Der damals drittgrößte amerikanische Autobauer stand zu dem Zeitpunkt kurz vor der Pleite. Als Grund für die Misere galt unter anderem ein aufgeblähtes Produktionssystem, das bei Kunden unbeliebte Kraftstofffresser ausspuckte.

Als Iacocca mit Kreditgesuchen bei Banken abblitzte, überzeugten er und die Gewerkschaft UAW die Regierung, dem Unternehmen ein Darlehen von 1,5 Milliarden Dollar zu gewähren. Die Geldspritze hielt die damalige Nummer drei unter den US-Autoherstellern zunächst über Wasser.

Dann räumte Iacocca bei Chrysler auf: Der UAW trotzte der Manager Lohneinschnitte ab, 20 Werke wurden geschlossen oder zusammengelegt und Tausende Arbeiter gefeuert. Zugleich brachte Iacocca neue Wagen auf den Markt und setzte auf gezielte Öffentlichkeitsarbeit. So erklärte er in TV-Werbespots, dass Chrysler Fehler gemacht, sich aber verändert habe.

Die Strategie zeigte Wirkung. Die in Iacoccas Ägide eingeführten Wagen der K-Modellfamilie – etwa Dodge Aries und Plymouth Reliant – galten zwar als eher fade und zweckmäßige Fortbewegungsmittel. Aber sie waren erschwinglich, verbrauchsarm und hatten Platz für sechs Insassen. Im Jahr 1981 machten die Wagen 20 Prozent des Markts für Kompaktwagen in den USA aus.

Zwei Jahre später zahlte Chrysler die Kredite an die Regierung mit Zins zurück - und das sieben Jahre vor der gesetzten Frist. Im Jahr darauf führte Iacocca den Minivan ein und schuf einen neuen Markt, der das Unternehmen neue Höhen der Profitabilität erklimmen ließ.

Ärger über Daimler-Chef Schrempp

Iacoccas Geschick in der Chrysler-Krise und sein unternehmerisches Draufgängertum machten ihm zum Medienstar. Doch war sein Umgang mit Angestellten nicht umstritten. Iacocca habe Kollegen fertiggemacht, wenn ihm ihr Verhalten nicht gepasst habe, erinnerte sich Liebler, ein früherer Sprecher des Unternehmens. Ein paar Minuten später habe Iacocca dann wieder so getan, als ob nichts passiert wäre.

Auch er selbst sei Zielscheibe von mitunter öffentlichen Tiraden des Konzernchefs gewesen, ergänzte Liebler. Zugleich habe Iacocca als der Letzte in einer Ära forscher, charismatischer Manager gegolten, die Ergebnisse erzielt hätten. „Lee verdiente Geld. Er ging nach Washington und machte all diese verrückten Versprechungen, und dann lieferte er.“

Chrysler fusionierte 1998 mit Daimler-Benz. Ex-Chrysler-Chef Iacocca zeigte sich damals verärgert, dass ihn der damalige Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp nicht wieder reaktivierte. Schrempp habe ihn monatelang hingehalten, beklagte sich Iacocca in einem Interview der Tageszeitung „Detroit News“. Iacocca wollte als Berater oder Sprecher zu dem Autobauer zurückkehren. „Um ehrlich zu sein, ich hätte meinen rechten Arm dafür gegeben“, sagte er.

2007 verkaufte Daimler die Mehrheitsbeteiligung an der Chrysler-Gruppe. Vor knapp fünf Jahren fusionierte Chrysler dann mit dem italienischen Autobauer Fiat.

In seiner aktiven Zeit war Iacocca so populär wie sonst wenige Automanager in Amerika. Berühmt wurde er in den 1980ern etwa mit seinen Werbespots mit eingängigen Slogans. „Wenn Sie ein besseres Auto finden können, kaufen sie es!“, lautete einer seiner TV-Sprüche. Zudem schrieb Iacocca zwei Bestseller und wurde sogar als möglicher Präsidentschaftskandidat gehandelt.

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  • dpa
  • ap
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