Führungskräfte Der Kotzbrocken als Chef hat ausgedient

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Sogar Narzissten können Empathie lernen

Mitnichten, meinen Forscher des Max-Planck-Instituts für kognitive Neurowissenschaften in Leipzig. Sie sind davon überzeugt, dass sich das richtige Maß an Einfühlungsvermögen ebenso erlernen wie etwa Matheformeln oder Vokabeln.

Mehr noch: Sogar Narzissten können Empathie lernen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Erica Hepper von der Universität von Surrey. Für ihre Untersuchung gewann sie 300 Freiwillige mit stark narzisstischen Zügen. Mit gewalttätigen Videos gelang es ihr tatsächlich, die Versuchspersonen zu Gefühlsregungen zu verleiten.

Die gute Nachricht ist: Empathie ist trainierbar, Einfühlungsvermögen lässt sich schärfen. Dafür kann es schon helfen, den Begriff aufzuschlüsseln und in seine Bestandteile zu zerlegen. Denn hinter dem vermeintlich komplexen Begriff Empathie verstecken sich ziemlich alltägliche Fähigkeiten - wie beispielsweise Zuhören, Nachfragen und Kritikfähigkeit. Experten raten vor allem zu drei Schritten.

1. Aufmerksam zuhören:

„Beobachten Sie die nonverbale Kommunikation des Gegenübers aufmerksamer“, rät Psychologe Hoenen. „Hören Sie genau zu, lassen Sie den anderen ausreden und halten Sie sich mit Bewertungen zurück.“ Das funktioniert in mehreren Stufen. In einem ersten Schritt sollte durch Körperhaltung, Mimik und Ausdruckssignale deutlich werden: Ich höre dir zu. Das macht Mut und veranlasst den Gesprächspartner zu offenen, persönlichen Äußerungen. Zweitens geht es darum, die Aussagen des Gesprächspartners treffend wiederzugeben. Wichtig ist, bei der Widergabe möglichst neutral zu bleiben. Und drittens geht es um die Wiedergabe der Botschaft, die der Gesprächspartner vermitteln möchte. Das kann etwa wie folgt eingeleitet werden: „Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen vor allem darum, dass...“ Das hilft dabei, die Gedanken des Anderen besser zu verstehen und sich in ihn hineinzuversetzen.

2. Perspektive wechseln

Sich räumlich in die Lage eines anderen zu versetzen, kann dabei helfen, ihn auch emotional zu verstehen. Der Manager könnte für einige Zeit ins Großraumbüro umziehen, der Inhaber in die Kantinen-Küche: Was auf den ersten Blick skurril klingt, bringt in Wahrheit oft neue Perspektiven.

3. Persönlichkeit hinterfragen

Wer andere verstehen will, muss sich selber kennen. Falls Sie das üben wollen: Setzen Sie sich mit Personen zusammen, denen Sie vertrauen. Jeder schreibt über jeden (auch über sich selbst) mindestens drei Stärken und mindestens drei Schwächen auf. Anschließend diskutieren Sie die Einschätzungen. Dann können Sie etwas Neues über sich lernen.

Doch wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift. Heißt konkret: Die Empathie darf nicht Überhand nehmen. Denn aus Mitgefühl kann schnell Mitleid werden: „Ein Manager soll die Gefühle des Gegenübers nachvollziehen und bewerten können“, sagt Matthias Hoenen, „aber nicht aufgrund dieser Gefühle wichtige Entscheidungen fällen.“

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1 Kommentar zu "Führungskräfte: Der Kotzbrocken als Chef hat ausgedient"

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  • Ja, kuschelige Chefs sind derzeit en vogue, siehe auch http://www.zeit.de/2014/17/chefs-fuehrungsstil-psychologie
    Ändert sich vielleicht irgendwann man wieder. Aber, machen wir uns nichts vor: Den sperrigen Chef (von mir aus auch den Narzisten)zum Mitarbeiter-Versteher bzw. zur strahlenden Führungskraft zu machen, ist ein hartes Stück Arbeit. Ich weiß, wovon ich rede, weil ich das regelmäßig für Unternehmen wage. Hier ist - von allen Seiten - viel Disziplin gefragt. Und ein langer Atem. Die Zahlen (Vorher-Nachher-Messung, Erfolgskennzahlen, Controllingwerte) zeigen jedoch immer, dass es sich für Chef, Mitarbeiter und den Betrieb selbst lohnt.

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