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Für Nachfolger Gerard ist Berufung eine Bewährungsprobe Der Marathonmann kommt nicht ins Ziel

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Der nennt die Beteiligung an Thomas Cook 1999 sein „schönstes Pflänzchen“. Doch bald wird deutlich, dass sich Pichler und sein Tui-Widerpart Michael Frenzel im unglaublich hohe Summen verschlingenden Wettstreit um Europas größten Urlaubsmacher verhoben haben: Terror, Krieg und Konjunkturflaute lassen die Gästezahlen schrumpfen, Hotels melden schwache Auslastungen, die Urlaubspreise fallen dramatisch, die konzerneigenen Fluggesellschaften sind hoffnungslos überdimensioniert.

Längst ist aus dem „schönsten Pflänzchen“ Thomas Cook ein Sanierungsfall geworden, dem Touristik-Analysten zufolge nicht nur hohe operative Verluste, sondern auch üppige Wertberichtigungen drohen: Allein die Boeing-Großraumflugzeuge des Typs 757 stehen noch mit rund 300 Millionen Euro in der Bilanz, obwohl die 250-Sitzer angesichts der Krise nicht mehr ausgelastet werden können. Ein Notverkauf auf dem überfüllten Flugzeugmarkt dürfte nur noch Trostpreise bringen.

Pichlers plötzlicher Abgang wird in Branchenkreisen damit begründet, dass die wirtschaftlichen Probleme offenbar noch größer seien, als vom Vorstandschef lange Zeit eingeräumt. Auch beim eigenen Personal stand er zusehends in der Kritik, weil er zu Gunsten der europaweiten Konzern-Dachmarke Thomas Cook neben den Veranstaltern Kreutzer und Terramar auch die renommierte deutsche Ferienflugmarke Condor als eigenständige Marke aufgab. Auf Schildern, die Hunderte von Piloten bei einer Demonstration im September hochhielten, stand zu lesen: „Condor hatte 40 Jahre Erfolg, dann kam Herr Pichler.“

Jetzt kommt Peter Gerard, 56, der bei Europas größtem Waren- und Versandhauskonzern Karstadt-Quelle bisher den Vorstandsbereich Controlling leitete. Der groß gewachsene Manager sitzt bereits im Aufsichtsrat von Thomas Cook, wo er im Oktober 2002 den früheren Karstadt-Chef Walter Deuss ablöste.

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