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Fußball DFB-Präsident Grindel tritt mit sofortiger Wirkung zurück

Der mächtigste Funktionär im deutschen Fußball verkündet seinen Rücktritt. Zuletzt hatte es Enthüllungen um Grindels Zusatzeinkünfte gegeben.
Update: 02.04.2019 - 14:32 Uhr Kommentieren
Der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds ist zurückgetreten. Quelle: dpa
Reinhard Grindel

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds ist zurückgetreten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss sich einen neuen Präsidenten suchen. Amtsinhaber Reinhard Grindel hat am Dienstag in Frankfurt seinen Rücktritt erklären. Dies haben der DFB und Grindel selbst inzwischen in einer persönlichen Erklärung bestätigt. Zuerst hatten Spiegel Online, die Nachrichtenagentur dpa und die „Bild“-Zeitung über den Rücktritt berichtet. Als kommissarische Leiter sind die Vizepräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch im Gespräch.

Grindel war zuletzt durch einen Bericht des „Spiegel“ unter Druck geraten. Das Magazin hatte über bisher unbekannte Nebeneinkünfte des Verbandschefs als Aufseher einer DFB-Tochterfirma berichtet. Demnach soll Grindel als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft zwischen Juli 2016 und Juli 2017 zusätzlich zu seinen sonstigen Einnahmen 78.000 Euro erhalten haben. Der DFB-Chef bestätigte diese Summe inzwischen, der Verband selbst spricht jedoch von rechtmäßigen Zahlungen.

Dem „Spiegel“ sagte Grindel, er habe den Aufsichtsratsvorsitz der DFB-Tochter erst nach seiner Wahl zum DFB-Präsidenten angetreten. Damals hatte sich Grindel öffentlich zu seinen Einkommensverhältnissen als DFB-Chef geäußert - auch um Transparenz zu demonstrieren. Am Montagabend kamen noch weitere Vorwürfe hinzu: Grindel soll 2017 eine teure Luxusuhr als Geburtstagsgeschenk eines ukrainischen Oligarchen angenommen und stolz präsentiert haben. In diesem Fall ginge es um Vorteilnahme, oder: den Verdacht der Bestechung.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schlossen sich am Sonntag Grindel und die hochrangigen DFB-Präsidiumsmitglieder Reinhard Rauball, Rainer Koch, Peter Peters, Stephan Osnabrügge und Friedrich Curtius telefonisch zusammen. Über Inhalte der Gespräche wurde zunächst nichts bekannt. Eine außerordentliche Sitzung mit dem gesamten DFB-Präsidium wurde zunächst nicht terminiert.

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete war im April 2016 in das Amt an der Verbandsspitze gewählt worden. Er übernahm den Posten beim DFB von seinem wegen der Affäre um die Vergabe der WM 2006 zurückgetretenen Vorgänger Wolfgang Niersbach. Der 57-jährige Grindel gilt seit Längerem als nicht mehr unumstritten. Gerade für die Aufarbeitung des deutschen Ausscheidens bei der WM 2018 und sein Verhalten in der politischen Affäre um Ex-Nationalspieler Mesut Özil wurde der ehemalige ZDF-Journalist heftig kritisiert.

Zuletzt hatte Grindel für Aufmerksamkeit gesorgt, als er ein Interview mit der Deutschen Welle abbrach. Bei der Gala zur Eröffnung der Ruhmeshalle des deutschen Fußballs am Montagabend verließ der nun ehemalige DFB-Präsident die Veranstaltung durch einen Hinterausgang.

Mit Material von dpa.

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