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Gruppen-Intelligenz Warum Ameisen die besseren Manager sind

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Kaum einer Lebensform gelingt es, sich so schnell auf Veränderungen einzustellen wie Ameisen - eben dank ihrer dezentralen Organisationsform. Das US-Unternehmen American Air Liquide hat sich von Forschern beraten lassen und die Überwachung seiner Anlagen angepasst. Der Gasehersteller hatte stets Schwierigkeiten gehabt, sich auf die rasch ändernden Bedingungen in der Branche einzustellen. Forscher entwickelten mit Informatikern ein entsprechendes Modell. Die Einsparungen liegen im zweistelligen Millionenbereich.

Im zweiten Kapitel geht es um Honigbienen. In diesen Schwärmen entdeckten Forscher, wie es die Bienen schaffen, ohne Führung komplexe Entscheidungen "fast immer richtig" zu fällen, wobei Hunderte Individuen gleichzeitig miteinander kommunizieren. Bienenschwärme treffen die beste Wahl, indem sie die Wissensvielfalt ihrer Kundschafterinnen optimal einsetzen. Für die unternehmerische Praxis ließ sich dadurch in punkto Gruppenarbeit wertvolles ableiten: Weitergehenden Experimente haben gezeigt, dass Gruppen, die nach dem "Bienenmuster" agierten, effizienter waren als die, in der wenige Experten die Führung übernommen haben - wie es allerdings in der Praxis häufig der Fall ist. Viel wichtiger ist es stark vereinfacht gesagt, wenn sich eine Gruppe zunächst um die optimale Arbeitsteilung gemäß der Stärken des Einzelnen aufteilen würde. Miller nennt in diesem Kapitel zahlreiche Beispiele, wo eine Bienenstruktur tatsächlich weitergeholfen hat.

Das dritte Kapitel handelt von Termiten. Zweifellos gilt auch hier, dass jedes einzelne Tier für sich genommen keine nennenswerte Intelligenz besitzt. Als Forscher die Struktur der Termitenhügel exakt studiert hatten, blieb ihnen nur ein Urteil: dahinter steckt eine enorme Ingenieursleistung. Zum einen wegen der Struktur des Hügels an sich, zum anderen aber auch wegen der enormen Effizienz beim Ausbessern, Instandhalten und Reparieren des Hügels.

Grundlage der Fähigkeiten ist die indirekte Kommunikation der Termiten. Die Natur bietet kein besseres Beispiel für ein perfektes Netzwerk. Die Grundprinzipien eines Termitenschwarms wurde laut Miller längst um US-Geheimdienst oder auch während des Ausnahmezustandes nach "Kathrina" in das reale Leben eingeführt.

Miller nennt weitere Beispiele von Schwarmverhalten, sei es bei Heuschrecken, Vögeln oder Fischen. Eine Umsetzung, die haften bleibt, dürfte Kinogängern sehr vertraut sein: Der Neuseeländer Stephen Regelous bekam für seine Arbeit in der Filmtrilogie "Herr der Ringe" einen Oscar für seine Programmierarbeit. Regelous schuf die Armeen aus Zehntausenden "Orks" und "Uruk-Hai" in den einzigartigen Schlachtszenen. Bisher wurden solche Massenszenen mit einigen Dutzend Schauspielern gefilmt und am Rechner immer wieder kopiert. Regelous ging einen anderen Weg und schaffte es, dass sich kein "Ork" wie der andere bewegte - mit selbstständigen und dennoch sinnvollen Bewegungsmustern. Das gelang, weil Regelous die Figuren nach dem Verhaltensmuster eines Vogels programmierte. Nach "Herr der Ringe" konnte er sich vor Anfragen kaum noch retten. Das Grundprinzip hat längst Einzug in der moderne Robotertechnik gehalten.

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