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Gruppen-Intelligenz Warum Ameisen die besseren Manager sind

Ein Mensch ist intelligent - viele Menschen sind dumm. Wer hat noch nicht die Erfahrung gemacht, dass sich eine große Gruppe bisweilen sehr dumm verhalten kann?! Bei Tieren ist es anders herum: Lebewesen mit kleinstmöglicher Intelligenz können in einer Gruppe Unglaubliches zustande bringen. Peter Miller, leitender Redakteur beim Fachmagazin National Geographic, hat ein lesenswertes Buch über solche Schwärme geschrieben, indem es vor allem darum geht, was Menschen von Tieren lernen können.
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Von Ameisen kann der Mensch eine Menge lernen. Quelle: dpa

Von Ameisen kann der Mensch eine Menge lernen.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Wer ab und zu mal Zug oder Straßenbahn fährt, kennt es: Ganz normale Menschen benehmen sich, als ob sie keinerlei Erziehung genossen hätten. Vielen von uns Männern ist es selbst schon so ergangen: Im Fußballstadion zum Beispiel, oder im Stau - in der großen Masse mutiert der an sich vollkommen selbstständige Mensch zum Mitmacher. Und zwar auch dann, wenn es um beleidigende Schiedsrichterbeschimpfungen oder das Pinkeln an die Hecke geht. EIN Mensch ist intelligent, eine Masse Menschen ist dumm. Oder wie es Miller sagt: "Niemand ist so dumm wie wir alle zusammen."

Gegenbeispiel: Das Gedächtnis einer Ameise hält gerade einmal zehn Sekunden. Dieses kleine Tier kann es nicht ansatzweise mit der Intelligenz eines Menschen aufnehmen. Und dennoch herrscht in einer Ameisen-Kolonie eine Effizienz, die jeder Dax-Konzern beneiden muss.

Um solche Fragen geht es in Peter Millers Buch "Die Intelligenz des Schwarms". Peter Miller ist leitender Redakteur bei National Geographic und seit über 25 Jahren als Autor und Reporter für das Magazin tätig. Er ist auf dem neusten Stand der Schwarm-Forschung und gleichzeitig aufgeschlossen, die Wissenschaft in den Alltag von Unternehmen und staatlichen Organisationen einzubinden, um diese effizienter zu machen.

Die ausführlich dargestellten Beispiele zeigen, dass das gelingt - zum Beispiel bei Ameisen: Das Leben in einer Kolonie entspricht der Definition des intelligenten Schwarms perfekt: "Ein Zusammenschluss von einzelnen Wesen, die so auf die übrigen Angehörigen der Gruppe und auf ihre Umgebung reagieren, dass sie gemeinsam die Bedrohungen, die Unsicherheit und die Komplexität ihrer Umwelt bewältigen können."

In einer Kolonie hat jede Ameisen ihren Zweck: Wachen, Warten, Aufräumen, Futtersuchen und so weiter. Seit 140 Mio. Jahren gibt diese Organisationsform, die nur auf den ersten Blick chaotisch wirkt. Nicht passiert hier zufällig, auch wenn kein Masterplan dahintersteckt. Es gibt keine "Chefs", was Ameisen von Menschen grundlegend unterscheidet. Die Ameisen schaffen gemeinsam, wozu sie allein nicht annähernd in der Lage wären. Detailgetreu beschreibt Miller, wie das Leben in der Kolonie funktioniert.

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