Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Guido Kerkhoff Neuer Job, altes Szenario

Als Finanzexperte bei der Telekom war er maßgeblich an der Entschuldung des Unternehmens beteiligt. Nun soll Guido Kerkhoff beim Industriekonzern Thyssen-Krupp die Schuldenlast verringern. Sein Posten gilt als heißer Stuhl.
Kommentieren
Guido Kerkhoff ist neuer Finanzvorstand bei Thyssen-Krupp. Quelle: dapd

Guido Kerkhoff ist neuer Finanzvorstand bei Thyssen-Krupp.

(Foto: dapd)

FrankfurtDie Namen der Unternehmen wechseln, doch die Probleme bleiben. Guido Kerkhoff, bis dato Europa-Chef der Deutschen Telekom in Bonn, wechselt als Finanzvorstand zu Thyssen-Krupp nach Essen. Dort trifft er auf ein bekanntes Szenario: Der Industriekonzern ist hochverschuldet, und die Verbindlichkeiten müssen zügig zurückgefahren werden, damit der erst seit wenigen Wochen amtierende Vorstandschef Heinrich Hiesinger Spielraum für eine neue Strategie bekommt.

Wie bei Kerkhoffs bisherigem Arbeitgeber stammt die Schuldenlast aus der Expansion auf dem amerikanischen Markt. Auch wenn die Kosten von zehn Milliarden Euro für den Bau der Werke in Brasilien und den USA nur einen Bruchteil der Aufwendungen ausmachen, die die Telekom für den Kauf des US-Mobilfunkers Voicestream verbuchte. Die Lage bei Thyssen-Krupp ist kritisch, wie sich an der Bilanz für das erste Quartal zeigte.

Hiesinger hat daher die Parole ausgegeben, die Verbindlichkeiten schnellstmöglich zu reduzieren. Diesen Job soll Kerkhoff für ihn erledigen. Zum frühmöglichsten Zeitpunkt wird der 43-Jährige dem Amtsinhaber Alan Hippe nachfolgen, der in gleicher Funktion zum Pharmakonzern Roche wechselt.

Inhaltlich erwartet Kerkhoff also nichts Neues. Dennoch gilt sein neuer Posten als heißer Stuhl. Denn dieser wurde innerhalb weniger Jahre zum dritten Mal neu und von außen besetzt. Zuvor waren Stefan Kirsten und Alan Hippe gescheitert. Beide, Kirsten kam von Metro und Hippe von Continental, hatten sich Hoffnungen auf die Nachfolge des langjährigen Thyssen-Krupp-Chefs Ekkehard Schulz gemacht. Ihnen fehlte aber die operative Erfahrung.

Kerkhoff scheint wie geschaffen für den Posten an der Ruhr: Neben seiner Expertise als Finanzexperte konnte er als Europa-Chef der Telekom operative Erfahrung sammeln. Wichtiger ist noch, dass er die Sprache der Betriebsräte spricht. „Er ist ein Brückenbauer“, sagt ein Betriebsrat der Telekom.

Die nötige Erfahrung in Sachen Schuldenabbau bringt Kerkhoff mit. Als Zögling des langjährigen Telekom-Finanzchefs Karl-Gerhard Eick war er maßgeblich an der Entschuldung der Konzerns beteiligt. Als Eick seinen Posten räumte, galt der hochintelligente Kerkhoff als Nachfolgekandidat. Doch dann gab Telekom-Chef René Obermann seinem langjährigen Vertrauten Timotheus Höttges den Vorzug. Um Kerkhoff im Konzern zu halten, wurde er zum Europa-Vorstand befördert.

Mit dem Wechsel zu Thyssen-Krupp kehrt der Familienvater in sein Stammrevier zurück. Nach Stationen beim Energieversorger VEW (Dortmund)  und Bertelsmann (Gütersloh) war er im Jahr 2002 ins Finanzressort der Telekom gewechselt, wo er es bis zum Leiter Controlling schaffte.


Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Guido Kerkhoff: Neuer Job, altes Szenario"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.