Hamdi Ulukaya Ein Joghurt-Magnat kämpft für Flüchtlinge

Er stammt aus der Türkei und hat in den USA mit dem Verkauf von griechischem Joghurt Milliarden gemacht. Jetzt kämpft Hamdi Ulukaya für Flüchtlinge. Er will vor allem die großen Weltkonzerne zu mehr Engagement bewegen.
Als Sprachreisender kam Hamdi Ulukaya vor rund 20 Jahren in die USA. Heute hat er ein Vermögen mit Joghurt gemacht. Quelle: AFP
Vom Migranten zum Milliardär

Als Sprachreisender kam Hamdi Ulukaya vor rund 20 Jahren in die USA. Heute hat er ein Vermögen mit Joghurt gemacht.

(Foto: AFP)

New York/DavosDie Geschichte von Hamdi Ulukaya macht Mut. „In der Minute, in der Flüchtlingen ihren ersten Job haben, hören sie auf, Flüchtlinge zu sein“, sagt der kurdisch-stämmige Manager, der mit seiner Joghurtfirma Chobani in den USA zum Milliardär wurde. In seinem Unternehmen gehören Flüchtlinge zum Erfolgskonzept. Angesichts der weltweit dramatisch wachsenden Zahl von Menschen, die ihre Heimat verlassen, wirbt der 43-Jährige nun um mehr Engagement auch von anderen Unternehmern. Einige große Namen hat er schon mit an Bord.

Ulukaya ist selbst ein Einwanderer. Der Sohn einer kurdischen Milchbauern-Familie aus der Türkei kam vor gut 20 Jahren zum Englischlernen in die USA – und blieb. 2002 gründete er zunächst eine kleinere Feta-Fabrik. Grundstein für den Erfolg war dann drei Jahre später der Kauf einer stillgelegten Joghurt-Fabrik des Kraft-Konzerns im Örtchen New Berlin im Bundesstaat New York.

Anderthalb Jahre später brachte Ulukaya seinen Joghurt nach griechischer Art auf den US-Markt – und der Siegeszug begann. Inzwischen ist der Joghurt so etwas wie der letzte Schrei in den USA und Ulukaya laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ längst Milliardär.

„Teil meines Erfolges sind Flüchtlinge“, sagt Ulukaya heute. Auf der Suche nach neuen Mitarbeitern für seine wachsende Fabrik sei er vor gut fünf Jahren auf ein rund 50 Kilometer entferntes Flüchtlingszentrum zugegangen. Dort habe man ihn zunächst mit großen Augen angesehen, als er von seinen Plänen sprach.

Da sei es zunächst nur um Probleme gegangen. Etwa um den Transport. „Da habe ich gesagt, lasst uns das organisieren.“ Oder um die Sprache. „Dann habe ich gesagt, dann sorgen wir für die Übersetzung.“ Also stellte er seinen neuen Beschäftigten Dolmetscher zur Seite.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Es hat sich ausgezahlt. Die Flüchtlinge seien besonders motiviert, erzählt Ulukaya. „Sie haben so viel auf sich genommen, als sie ihre Heimat verlassen haben.“ Inzwischen hat er 600 Flüchtlinge in seinen Werken angestellt, ein Drittel der gesamten Beschäftigten. Elf verschiedene Sprachen werden dort inzwischen gesprochen. Und es habe nicht einen einzigen heiklen Zwischenfall gegeben. Viele bauten eigene Häuser, die Tochter eines Mitarbeiters studiere inzwischen an der US-Eliteuniversität Yale.

„Wir müssen schneller werden, größer denken“
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