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Veranstaltung C-Suite Business Salon

Christoph Bornschein, Chef der Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr (TLGG), sprach über die digitale Zukunft.

(Foto: Dominik Butzmann für Handelsblatt)

Handelsblatt „C-Suite“ Wie Unternehmen ihre Kultur zum „Wir“ wandeln

Bei der dritten Zukunftswerkstatt des Handelsblatts ging es darum, wie sich die lange Zeit ichbezogene Welt der Wirtschaft wandeln muss.
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BerlinDas Wort „wir“ ist von Unternehmenslenkern lange Zeit belächelt worden. Manager, das sind Leitwölfe – einsam, manchmal eisern. Andere Unternehmen gelten da im gnädigsten Fall als Zulieferer, vor allem sind sie aber Konkurrenten. Wirtschaft ist Überlebenskampf. So weit die Sichtweise der very old economy.

Seit einiger Zeit geht ein anderes Wort in Chefetagen um, das ebenfalls lange Zeit belächelt worden ist: Digitalisierung. „Wir“ und „Digitalisierung“ – das hängt durchaus zusammen. In der Ära von Nullen und Einsen vernetzen und automatisieren sich nicht nur Prozesse, nein, Konzerne spielen plötzlich auch Start-up und erkennen die jungen Firmen als ebenbürtige Partner an. Künstliche ergänzt natürliche Intelligenz, und Maschinen kooperieren mit Menschen. Mehr „wir“ geht nicht in der lange Zeit ichbezogenen Welt der Wirtschaft.

„Vom Ich zum Wir“ – so lautete denn auch das Motto der exklusiven Zukunftswerkstatt „C-Suite“, die das Handelsblatt zum mittlerweile dritten Mal gemeinsam mit dem Unternehmensberater Roland Berger und Ann-Kristin Achleitner, Professorin für Unternehmensfinanzierung an der TU München, im Schlosshotel Patrick Hellmann in Berlin-Grunewald initiiert hat.

Der buddhistische Mönch unterwies die Teilnehmer in Sachen Achtsamkeit. Quelle: Dominik Butzmann für Handelsblatt
Gelong Thubten

Der buddhistische Mönch unterwies die Teilnehmer in Sachen Achtsamkeit.

(Foto: Dominik Butzmann für Handelsblatt)

Auf der Rednerliste standen neben Kuka-Chef Till Reuter oder Bert Rürup, Chef des Handelsblatt Research Institute, auch Experten wie Hauke Stars, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin der Deutschen Börse, Chris Boos, Gründer und Geschäftsführer von Arago und Fachmann für künstliche Intelligenz, Porsche-Digitalchef Thilo Koslowski und Alexander Mankowsky, der für die Daimler AG die Zukunft auslotet.

Sie alle sprachen über die Umwälzungen, die ihre Unternehmen aufgrund der Digitalisierung derzeit erleben, und erklärten den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt, warum es sich Unternehmen heute gar nicht mehr leisten können, als Einzelkämpfer aufzutreten. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

Hauke Stars versteht ihr Unternehmen, die Deutsche Börse, per se als eine Art Spinne im Netz. „Wir bringen alle Teile der Finanzbranche zusammen und arbeiten mit ihnen zusammen“ – eine klassische Form von Kooperation. „Wir müssen in Zeiten der Digitalisierung lernen, uns vom Ego-System zum Eco-System zu wandeln“, mahnt Till Reuter, Chef des Roboterbauers Kuka.

Bei dem Pionier aus Bayern bezieht sich das Wir-Verständnis eher auf direkte Partnerschaften mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Zudem arbeiten bei Kuka vereinzelt Mensch und Roboter Seite an Seite in der Produktion. „Wir“ kennt also viele Facetten.

Die Professorin für Unternehmensfinanzierung war eine der Gastgeberinnen. Quelle: Dominik Butzmann für Handelsblatt
Ann-Kristin Achleitner

Die Professorin für Unternehmensfinanzierung war eine der Gastgeberinnen.

(Foto: Dominik Butzmann für Handelsblatt)

Ähnliche Erfahrungen wie Kuka hat auch Jörg Karas gesammelt. Karas ist Chef bei Schwan-Stabilo. Der Stiftehersteller ist in den vergangenen 90 Jahren still und heimlich auch zum Weltmarktführer für Kosmetikstifte aufgestiegen. Ein wichtiges Geheimnis des Erfolgs: ein globales Netzwerk führender Schönheitsfirmen, die alle bei Karas Kunde sind. Das beste Produkt bleibe erfolglos, „wenn es nicht in ein Ökosystem aus Partnern eingebettet wird“. Der Kosmetikbereich macht inzwischen etwa die Hälfte des Konzernumsatzes aus.

„Das Wir von morgen“, sagt Daimler-Zukunftsforscher Alexander Mankowsky bei seinem Vortrag, „das sind die jungen Leute.“ Und die haben nun einmal andere Ansprüche als die Generation derer, die derzeit noch in deutschen Chefetagen sitzen, weiß auch Wybo Wijnbergen, Deutschlandchef des Coworking-Space-Unternehmens WeWork: „Der Generation, die jetzt in die Unternehmen strömt, ist es weit wichtiger, wie gut sie mit wem zusammenarbeiten kann, als für welchen Namen sie arbeitet.“ Für sie sei „das Wir wichtiger als das Ich“ – ob’s den alten Egos in den Vorstandsetagen nun gefällt oder nicht.

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