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Handelsblatt-Ranking Diese drei Frauen zählen zu den einflussreichsten Aufsichtsrätinnen

Immer mehr Managerinnen drängen in Top-Positionen der Aufsichtsräte. Diese drei Frauen sind neu im Ranking der 30 einflussreichsten Kontrolleurinnen.
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Von links nach rechts: Martina Merz (Thyssen-Krupp), Marion Helmes (Thyssen-Krupp), Margret Suckale (Heidelberg-Cement). Quelle: Reuters / Siemens Healthineers dpa
Einflussreiche Aufsichtsrätinnen

Von links nach rechts: Martina Merz (Thyssen-Krupp), Marion Helmes (Thyssen-Krupp), Margret Suckale (Heidelberg-Cement).

(Foto: Reuters / Siemens Healthineers dpa)

Düsseldorf Die Dominanz der Männer in den großen Konzernen ist gebrochen. Zu diesem Ergebnis kommt die Handelsblatt-Studie „Macht der Aufsichtsräte 2019“ des Göttinger Wirtschaftsprofessors Michael Wolff. „Weiblicher, jünger und internationaler“, so umschreibt der Experte den Trend.

Unter den Top 30 sind laut Studie inzwischen neun Frauen. Das sind die drei Aufsteigerinnen im diesjährigen Ranking:

Martina Merz – Die ruhige Moderatorin

Und auf einmal war sie da: Als im Dezember 2018 bekannt wurde, dass Martina Merz die neue Aufsichtsratschefin von Thyssen-Krupp wird, rieben sich viele erstaunt die Augen – mit der 55-Jährigen hatte niemand gerechnet. Die frühere Bosch-Managerin hat zwar schon Erfahrung als Aufsichtsrätin, etwa bei der Lufthansa oder beim Landmaschinenbauer SAF Holland. Und sie ist bei den Dax-Konzernen bestens verdrahtet.

Aber eine Frau als Chefin des Kontrollgremiums eines Dax-Unternehmens? Das gab es bis dahin nur einmal: bei Henkel. Die Wahl von Simone Bagel-Trah war seinerzeit allerdings keine so große Überraschung, ist sie doch das Oberhaupt der Familie Henkel, die 61 Prozent der Stimmen kontrolliert.

Merz hat bei Thyssen-Krupp einen Job angetreten, den sich so mancher prominente Mann nicht zugetraut hat. Ihr Vorgänger Ulrich Lehner klagte gar über „Psychoterror“ von Aktionären.

Davon ließ sich Merz aber nicht beirren. Man kann sich gut vorstellen, wie sie mit ihrem leicht schwäbisch gefärbten Akzent und ruhiger Tonalität die unterschiedlichen Interessen im Aufsichtsrat moderiert. Bislang ist über sie jedenfalls nur Lob zu hören. Nicht ohne Grund also ist Merz von Rang 50 auf Platz 9 aufgestiegen.

Marion Helmes – Die kühle Rechnerin

Die Karriere von Marion Helmes war mit häufigen Wechseln verbunden – und die kamen rechtzeitig und waren nicht zu ihrem Schaden. 1991 begann die promovierte Betriebswirtschaftlerin bei der Treuhand in Berlin. Ihr Weg führte zu einem Beratungsunternehmen und dann zu Thyssen-Krupp, das damals unter Krupp-Hoesch firmierte. Sie verließ den Stahlkonzern, kam 2003 aber als M&A-Direktorin zurück. Es folgten Finanzchefposten bei Thyssen-Krupp Stainless und ab 2006 bei der Aufzugssparte.

Ein Job beim Solarzellenhersteller Q-Cells war weniger erfolgreich. Doch Helmes wechselte 2012 geschickt nach Stuttgart und wurde Finanzchefin des Pharmagroßhändlers Celesio. Als Vorstandschef Markus Pinger sich mit Eigentümer Haniel überwarf, nutzte sie gekonnt die Chance und übernahm den Chefposten. Ihr Highlight in diesem Job: die Bereinigung des Portfolios mit dem Verkauf der Versandapotheke DocMorris. Haniel verkaufte Celesio an die Firma McKesson, und Helmes schied im Juli 2014 mit hoher Abfindung aus.

Seither sammelt sie Aufsichtsratsmandate und wechselt bisweilen den Posten, wenn lukrativere Engagements winken. Im Ranking hat sich Helmes von Rang 35 auf 18 verbessert.

Margret Suckale – Die erfahrene Vorkämpferin

Margret Suckale war lange Zeit die einzige Frau unter den Vorständen der hundert umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Dabei wollte die Hamburgerin eigentlich Richterin werden. Nach ihrem Jura-Studium und dem anschließenden MBA machte sie zunächst Karriere in der HR-Abteilung der Betriebskrankenkasse Mobil Oil.

Nach Stationen in Wien, Kopenhagen und der Europazentrale London ging sie 1997 als Leiterin der Rechtsabteilung zur Deutschen Bahn. 2005 stieg sie als Personalchefin in den Vorstand auf. Dabei wurde sie vor allem bei den Tarifverhandlungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Nach der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn wechselte die heute 63-Jährige im Juli 2009 zur BASF, zwei Jahre später stieg sie als Arbeitsdirektorin in den Vorstand des Chemieriesen auf. Zuvor war bei den Ludwigshafenern noch keine Frau im Vorstand gewesen. Vor zwei Jahren schied sie dann aus.

Das erste Angebot für ein Aufsichtsmandat ließ nicht lange nach dem Ende des operativen Managements auf sich warten: Nach nur zwei Monaten bestellte sie der Baustoffkonzern Heidelberg Cement. Im Ranking ist Suckale von Platz 39 auf Rang 25 aufgestiegen.

Mehr: Die Aufsichtsräte der Dax-Konzerne verändern sich. Eine Handelsblatt-Analyse zeigt: Vor allem Frauen mit Auslandserfahrung erobern die besten Positionen.

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