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Hartmut Mehdorn wird 75 Der Ex-Bahnchef wird zum Start-up-Helfer

Hartmut Mehdorn hat es zu einem der bekanntesten deutschen Manager gebracht – als Chef der Deutschen Bahn und bei Air Berlin. Ein krönendes Karriereende blieb ihm verwehrt. Mit 75 wendet er sich jetzt Start-ups zu.
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Der manager leitete unter anderem die Deutsche Bahn und Air Berlin. Quelle: dpa
Hartmut Mehdorn

Der manager leitete unter anderem die Deutsche Bahn und Air Berlin.

(Foto: dpa)

Berlin Im Sommer verbringt er die meiste Zeit in Südfrankreich. Dort besitzt er mit seiner Frau ein Haus und einen kleinen Weinberg, vier Hektar groß, „mitten im Niemandsland“. Ab und zu ist Hartmut Mehdorn auch in Berlin. Ein bisschen was hat der frühere Bahnchef da beruflich noch zu tun. „Ich betreue drei kleine Start-ups in Berlin“, erzählt Mehdorn. Bei einem von ihnen sei er im Aufsichtsrat, aber das wolle er bald aufgeben.

Denn Mehdorn ist eigentlich seit gut zwei Jahren im Ruhestand. „Es geht mir gut“, sagt er. An diesem Montag feiert er seinen 75. Geburtstag. Da werde er irgendwo in Deutschland oder Frankreich unterwegs und bestimmt nicht erreichbar sein.

Inzwischen genießt Mehdorn es, nicht mehr „vom Terminkalender gehetzt“ zu werden. Er kommt endlich zum Lesen. So nehme er sich mal einen Philosophen vor, „an dem ich mich abarbeite“. Oder er heuert auf einem Segelboot an der Mittelmeerküste an. „Ein eigenes Boot habe ich nicht mehr, aber die suchen immer Leute für ihre Mannschaften.“

Man kennt Mehdorn als Mann, der in seiner Zeit als Topmanager immer in Bewegung war. Wer Mehdorn gegenübersaß, spürte und sah es: Ruhelos rieb er die Hände, faltete, knetete sie. Unterm Tisch wippten die Füße, der ganze Mann vibrierte.

„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr“
Abgang beim Hauptstadtflughafen
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„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht.“
Hartmut Mehdorn bei der Ankündigung seines Rücktritts als BER-Chef am 15. Dezember 2014. Der Manager will sich spätestens Ende Juni 2016 zurückziehen.

(Foto: dpa)
Gegen die Lufthansa
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Ein „Komplott der Lufthansa und des Frankfurter Flughafens gegen Berlin“ witterte Mehdorn im Oktober 2014. Der BER-Chef erregte sich über ein Verbot von gemeinsamen Flügen seines früheren Arbeitgebers Air Berlin und deren Geldgeber Etihad. Die Lufthansa konterte: „Wir sind auch nicht gewankt, als die Eröffnung des neuen Flughafens verschoben wurde, wir haben auch nicht geklagt wie Air Berlin. Als Dank bekommt man solche Beschimpfungen.“

(Foto: dpa)
Zum Streit um Fluglärm
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„Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und wollen stets pünktlich nach Mallorca kommen. Doch den Lärm sollen andere haben. Das geht nicht.“
Mehdorn im März 2014 zum Streit um ein Nachtflugverbot am BER.

(Foto: dpa)
Als Air-Berlin-Chef
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„Katastrophe“ – „Es fängt bei der Blamage an und endet mit einem wirtschaftlichen Schaden, den wir und viele andere erleiden.“
Mehdorn (hier mit dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin und Ex-BER-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit, SPD) am 18. Dezember 2012 als Chef von Air Berlin zu der verzögerten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens.

(Foto: dpa)
Der Sparkommissar
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„Sparen fängt im Kleinen an. Säfte, Kaffee und Kekse für Meetings gibt es nicht mehr, Dienstreisen wurden auf ein Minimum reduziert.“
Mehdorn im Mai 2012 zu den Sparmaßnahmen bei Air Berlin.

(Foto: dapd)
Als Autor
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„Diplomat wollte ich nie werden.“
Titel des 2007 erschienenen Gesprächsbands mit Mehdorn.

(Foto: dpa)
Der „Sanierer“
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„Mein Vorstand hat die Bahn nicht kaputtgespart, wir haben sie saniert.“
Mehdorn blickt im Januar 2011 auf seinen Sparkurs für den geplanten Börsengang des Staatskonzerns zurück.

(Foto: ap)

Macher und Vollblut-Manager alter Schule wurde er genannt, streitlustiges Raubein aber auch. Ein Leisetreter war der Maschinenbauer aus Berlin jedenfalls nie. Das machte Mehdorn zu einem der bekanntesten Manager Deutschlands, den meisten vertraut als „Bahnchef Mehdorn“.

Ein krönender Abschluss seiner langen Karriere blieb im verwehrt. Im März 2015 ging er als Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB). Im folgenden Mai erklärte er seinen Abschied aus dem Geschäftsleben und legte alle Aufsichtsratsmandate nieder. Zuvor hatte ihn eine Medikamenten-Unverträglichkeit auf die Intensivstation gezwungen.

Mit anderen Ex-Vorstandsmitgliedern der Bahn trifft er sich ab und zu zum Mittagessen. Auf Bemerkungen über die heutigen Spitzenkräfte verzichtet Mehdorn: „Ich bin keiner von denen, die ihrem Nachfolger im Nacken sitzen.“

Schonungslos – sich selbst und dem Umfeld gegenüber
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