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Hartmut Mehdorn Zwischen allen Fronten

Am Mittwoch berät der Bahn-Aufsichtsrat über den Umzug der Konzernzentrale von Berlin nach Hamburg – und über das Schicksal von Vorstandschef Hartmut Mehdorn. Denn der hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, weil er schnellstens aus Berlin weg will. Die Geschichte einer Entfremdung von der Hauptstadt.
Mehdorn ist sich mit Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust handelseinig. Foto: dpa

Mehdorn ist sich mit Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust handelseinig. Foto: dpa

BERLIN. Der Mann ist hart im Nehmen wie im Austeilen. „Entschuldigen Sie bitte, wenn ich hier so emotional argumentiere – aber für die Eisenbahnen muss man kämpfen, sonst bewegt sich nämlich nichts“, sagte er vor kurzem auf einer Veranstaltung in Brüssel. Zur Emotion gehört auch, dass er schnell an die Decke geht, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt.

Und das dürfte derzeit eine ganze Menge sein: Bahnchef Hartmut Mehdorn ist in der letzten Woche mit seinen Plänen, in Hamburg in das Hafen- und in das Nahverkehrsgeschäft einzusteigen, zwischen die politischen Fronten geraten. Als er dann noch den Umzug der Konzernzentrale von Berlin nach Hamburg ankündigte, erregte er gar den Zorn von Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil sie anscheinend nicht über die Pläne des Staatsunternehmens informiert war.

Bedeutet der Beginn der Ära Merkel auf der Berliner Bühne das Ende der Ära Mehdorn?

Mehr Klarheit darüber wird nach der Aufsichtsratssitzung der Bahn am kommenden Mittwoch bestehen. Das Gremium will sich mit den Absichten des bundeseigenen Konzerns beschäftigen, bei der Hamburger Hafen und Logistik AG sowie der Hamburger Hochbahn einzusteigen und die Konzernzentrale – ganz oder teilweise – von der Spree an die Elbe zu verlagern.

Dem kompletten Umzug hat die Bundesregierung „aus strukturpolitischen Gründen“ bereits eine Absage erteilt. Aber für letzte Klarheit dürfte der bevorstehende Antrittsbesuch des Bahnchefs bei Angela Merkel in der zweiten Hälfte dieser Woche sorgen. Unterdessen erhält Mehdorn für seine Umzugspläne Rückendeckung von Aufsichtratschef Werner Müller.

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