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Hiroto Saikawa Nissan-Chef kündigt Rücktritt für kommende Woche an

Nach einem Gehaltsskandal wird der einstige Gefolgsmann von Carlos Ghosn am 16. September ersetzt. Für den Autobauer Nissan geht damit eine Ära zu Ende.
Update: 09.09.2019 - 14:56 Uhr Kommentieren
Der Nissan-Chef hatte letzte Woche zugegeben, gegen interne Richtlinien verstoßen zu haben und sich dadurch unrechtmäßig bereichert zu haben. Quelle: Reuters
Hiroto Saikawa

Der Nissan-Chef hatte letzte Woche zugegeben, gegen interne Richtlinien verstoßen zu haben und sich dadurch unrechtmäßig bereichert zu haben.

(Foto: Reuters)

Yokohama Die Amtszeit von Nissan-Chef Hiroto Saikawa ist am Montag ganz unzeremoniell zu Ende gegangen: Vier Vorstandsmitglieder des japanischen Autobauers stellten sich Montagabend in der Zentrale des Konzerns in Yokohama der Presse, um Saikawas Rücktritt anzukünden.

Der Manager habe seine Bereitschaft zum Rücktritt angedeutet, um einer neuen Generation Platz zu machen, sagte Verwaltungsratschef Yasushi Kimura. „Nach einer Diskussion haben wir ihn gebeten, zurückzutreten.“

Am 16. September wird Saikawa offiziell durch den bisherigen Chief Operating Officer Yasuhiro Yamauchi als Interimschef abgelöst. Das Nominierungskomitee werde dann über einen Nachfolger entscheiden Erst nach der Pressekonferenz trat Saikawa leger ohne Krawatte vor die Medien und resümierte: „Ich bitte um Entschuldigung, dass ich zurückzutrete, während es noch viele Dinge aufzuräumen gibt.“

Der letzte Schlag, der Saikawas Amtszeit nach nicht einmal drei Jahren beendete, war ein Gehaltsskandal. Ein interner Untersuchungsausschuss hatte herausgefunden, dass er im Jahr 2013 bei der Auszahlung von einem Leistungsbonus durch einen Trick der Buchhaltung 47 Millionen Yen (400.000 Euro) mehr erhalten hatte, als ihm eigentlich zugestanden hätte.

Nissan gewährte seinen Vorständen damals Wertsteigerungsrechte, bei denen der Autokonzern den Bonus an die Entwicklung des Aktienkurses koppelt. Doch in dem Jahr verschoben Nissans Kassenwarte den Stichtag für die Bonusberechnung regelwidrig um eine Woche nach hinten, damit Saikawa und andere Topmanager mehr Geld erhielten.

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Saikawa hatte zwar zugeben, dass der Befund stimmte. Aber er stritt bisher jede Mittäter- und Mitwisserschaft ab, sondern schob den Skandal dem ehemaligen Finanzchef Greg Kelly in die Schuhe, der wie der frühere Konzernchef Carlos Ghosn auf seinen Prozess wegen Verstößen gegen Finanzmarktgesetze und Untreue wartet.

Der Fall Saikawa hat zwar eine geringere Reichweite als der Ghosns. Dem wird nicht nur vorgeworfen, sein wahres Gehalt um mehrere Millionen Euro verschleiert, sondern sich auch persönlich bereichert zu haben. Nissan erklärte am Montag in einem Abschlussbericht seiner Untersuchung, dass dem Konzern ein Schaden von 35 Milliarden Yen (rund 300 Millionen Euro) entstanden sei.

Schlag für die Allianz mit Renault

Dennoch könnte sich Saikawas Abgang als schwerer Schlag für den französischen Allianz-Partner Renault erweisen. Denn der bisherige Chef gilt als einer der wenigen verbliebenen Globalisten bei Nissan, die seit der Verhaftung von Ghosn im November 2018 massiv in der Defensive sind. „Bei Nissan betreiben einige eine Japanisierung des Konzerns“, sagt ein Beobachter hinter vorgehaltener Hand. Und die verbleibenden Anhänger einer globalisierten Führung sind nun noch weiter diskreditiert.

Ein Grund der Revolte gegen die Allianz waren Versuche der französischen Regierung und Renaults, den doppelt so großen japanischen Autobauer unter Vorherrschaft von Renault zu einer Fusion zu zwingen. Weil die Franzosen 43 Prozent der Nissan-Aktien halten, aber die Japaner nur 15 Prozent an Renault, sorgte sich das Nissan-Management, dass man von Renault in dem Verfahren übervorteilt werden würde.

Die Anklagen gegen den einstigen Übervater der einst größten Autoallianz hat die Position der Befürworter offenbar noch weiter geschwächt. Er habe zwar Nissans Unabhängigkeit bewahren wollen, verriet Saikawa am Sonntag der Nachrichtenagentur Bloomberg. Aber grundsätzlich wollte er sie erhalten. „Ich denke, dass ich einer der Führer bin, der der Allianz am offensten gegenübersteht.“

Der letzte Gefolgsmann von Carlos Ghosn geht von Bord
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