Holcim und Lafarge Eric Olsen soll Zementriesen zusammenführen

Noch ist die Fusion der Baustoffkonzerne von Holcim und Lafarge nicht perfekt – aber zumindest ist die holprige Suche nach einem CEO geglückt. Lafarge-Manager Eric Olsen steht vor einer gewaltigen Herausforderung.
Update: 09.04.2015 - 14:56 Uhr Kommentieren
Im Fall des Gelingens der Fusion soll einem Zeitungsbericht zufolge Lafarge-Manager Eric Olsen das neue Unternehmen leiten. Quelle: AFP
Zementhersteller

Im Fall des Gelingens der Fusion soll einem Zeitungsbericht zufolge Lafarge-Manager Eric Olsen das neue Unternehmen leiten.

(Foto: AFP)

ParisDie Zementkonzerne Holcim und Lafarge haben eine weitere Hürde auf dem Weg zu ihrer Elefanten-Hochzeit ausgeräumt. Im zweiten Anlauf einigten sich die beiden Unternehmen auf einen Chef für den zukünftigen Branchenriesen LafargeHolcim. Lafarge-Manager Eric Olsen fällt die Aufgabe zu, die 40 Milliarden Euro schwere Fusion durchzuziehen und die Konzerne aus der Schweiz und Frankreich zu verschmelzen.

Überhaupt so weit kommen kann es aber nur, wenn der Amerikaner in den nächsten Tagen auch die Holcim-Aktionäre für sich einnimmt, die dem Deal bisher kritisch gegenüber stehen. Anleger feierten die Einigung schon mal als Durchbruch. Holcim-Aktien kletterten an der Börse 3,3 Prozent, Lafarge-Papiere legten gar 4,5 Prozent.

Die wichtigsten Zementhersteller der Welt
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In der Zementindustrie bahnt sich eine denkwürdige Fusion an: Die beiden Hersteller Lafarge und Holcim wollen sich zusammenschließen. Es soll eine Partnerschaft unter gleichen werden. Schon jetzt zählen die beiden Unternehmen zu den größten in der Zementindustrie: Nach Angaben von Statista haben sie im vergangenen Jahr den meisten Umsatz erzielt. Handelsblatt Online listet die Kennzahlen der beiden Firmen und die wichtigsten Konkurrenten des künftigen Großkonzerns nach Umsatz auf.

Cement bags are pictured at Switzerland's Holcim cement production plant in Siggenthal
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Holcim

Umsatz 2013: 16,1 Milliarden Euro

Der Schweizer Zementhersteller existiert bereits seit 1912. Heutzutage hat Holcim sein Geschäft in mehr als 70 Länder ausgeweitet. Als Kernbereiche gelten die Geschäfte mit Zement, Kies und Beton. Gemessen am Umsatz, ist Holcim derzeit der größte Zementproduzent der Welt. Die geplante Fusion sichert diesen Status weiter ab.

Lafarge Zement
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Lafarge Group

Umsatz 2013: 15,2 Milliarden Euro

Die französische Lafarge Gruppe erzielte im vergangenen Jahr nur etwas weniger Umsatz als ihr künftiger Partner. Das Unternehmen bezeichnet sich auf seiner Webseite als die Nummer eins im Zementgeschäft. Mehr als zwei Drittel des Portfolios der Gruppe bestehen demnach aus dem Handel mit dem Baustoff. Lafarge ist nach eigenen Angaben in 64 Ländern unterwegs. Die Fusion mit dem bisherigen Konkurrenten aus der Schweiz hat auch Auswirkungen auf den Namen: Künftig firmieren die beiden Branchenführer unter dem Namen LafargeHolcim.

huGO-BildID: 15874066 ARCHIV - Zementsaecke der Firma HeidelbergCement liegen am 7. August 2007 im Werk in Leimen bei Heidelberg. Der Baustoffherstel
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Heidelberg Cement

Umsatz 2013: 13,9 Milliarden Euro

Die Konkurrenz kann bei diesen Zahlen kaum mithalten. Der noch gefährlichste Rivale der beiden Konzerne kommt aus Heidelberg. Der Dax-Konzern mischt seit der Übernahme von Hanson 2007 im oberen Segment der Zementhersteller mit. Heidelberg Cement ist in 40 Ländern aktiv, in vielen davon nach eigener Aussage auch Marktführer. Das könnte sich mit der Fusion seiner ärgsten Konkurrenten ändern.

CEMEX OstZement GmbH Rüdersdorf
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Cemex

Umsatz 2013: 11,1 Milliarden Euro

Die Mexikaner produzieren bereits seit 1906 Zement und haben inzwischen mehr als 50 Produktionsstätten auf der ganzen Welt. Am meisten Zement verkauft Cemex in Mexiko, rund ein Drittel seiner Geschäfte macht der Konzern dort. Wichtig ist auch das US-Geschäft, das etwa ein Viertel des Umsatzes ausmacht. Der mexikanische Konzern wollte eigentlich Beteiligungen mit Holcim tauschen. Während Cemex die Holcim-Tochter Csesko kaufen wollte, wollte der Schweizer Konzern die Geschäftsteile der Mexikaner in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden übernehmen. Ob das Geschäft durch die anstehende Fusion gefährdet ist, ist bisher nicht bekannt. Allerdings hatten die Wettbewerbshüter ohnehin schon Bedenken angemeldet.

Zement
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Anhui Conch Cement

Umsatz 2013: 6,6 Milliarden Euro

Mit deutlichem Abstand im Ranking der wichtigsten Zementhändler der Welt folgt Anhui Conch Cement. Das chinesische Unternehmen existiert zwar erst seit 1997, hat sich in dieser Zeit aber schnell einen Namen gemacht. Experten gehen davon aus, dass die Fusion von Lafarge und Holcim auch als Schutz vor der aufstrebenden Konkurrenz aus China dienen soll.

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Italcementi

Umsatz 2013: 4,2 Milliarden Euro

Der italienische Konzern selbst bezeichnet sich als fünftgrößten Zementhersteller weltweit. Gerankt nach dem Umsatzzahlen von Statista, kommt er aber lediglich auf den sechsten Rang. Italcementi betreibt sein Geschäft in 22 Ländern auf vier Kontinenten. Der sei 1864 agierende Konzern ist bis heute im Besitz der Familie Pesenti. Derzeit führt Carlo Pesenti (Bild) die Geschicke des Unternehmens.

Von der Bekanntgabe der Fusion seiner beiden Konkurrenten konnte Italcementi übrigens profitieren: Die Aktien stiegen, weil Händler mit Preiserhöhungen in der Branche rechnen. LafargeHolcim muss zudem eventuell einige Geschäftsteile aufgeben, um die Zusammenarbeit von den Kartellbehörden genehmigt zu bekommen.

„Es ist immer mit Mühen verbunden, zusammen zu finden“, erklärte Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Dass der Weg gleich so steinig werden würde, hatten zu Beginn aber wenige erwartet. Geplagt von Überkapazitäten und zu niedrigen Gewinnen hatten die beiden größten Zementkonzerne vor einem Jahr einen Fusionsvertrag unterschrieben und zügig Meilensteine wie die Zustimmung der Kartellbehörden erreicht. Doch auf den letzten Metern drohte der Fusions-Zug zu entgleisen. Auf Druck der eigenen Aktionäre setzte Holcim schließlich Nachbesserungen beim Preis durch. Der langjährige Lafarge-Lenker Bruno Lafont, dem eigentlich der Chefsessel zugestanden worden war, wurde entmachtet.

Knapp drei Wochen später steht nun Lafonts Ersatz bereit. Gegenwärtig ist Olsen bei Lafarge für die wichtigen Märkte Frankreich, USA, Brasilien und Ägypten verantwortlich. Der Amerikaner, der auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, heuerte 1999 bei Lafarge an und arbeitete sich über verschiedene Stationen im Konzern hoch. Seit 2007 sitzt er in der Geschäftsleitung.

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