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Immer mehr psychische Probleme Immer weniger Arbeitnehmer melden sich krank

Die Krankmeldungen gehen weiter zurück, die Fehltage in den Betrieben sind auf einen Tiefstand gefallen. Auf dem Vormarsch sind allerdings psychische Erkrankungen, teilten die Betriebskrankenkassen am Montag mit.

HB BERLIN. Bei den Betriebskrankenkassen (BKK) sank die Zahl krankheitsbedingter Fehltage im Durchschnitt des ersten Halbjahres auf 6,5 Tage. Im Vergleichszeitraum 2003 waren es noch 7,6 Tage. Die BKKen erfassen nach eigenen Angaben jeden vierten Beschäftigten in Deutschland statistisch. Insgesamt fiel der Krankenstand bei den Betriebskrankenkassen binnen Jahresfrist von 4,2 auf 3,6 Prozent, teilte deren Bundesverband am Montag in Berlin mit.

Das Bundesgesundheitsministerium, das die Zahlen für alle gesetzlichen Krankenkassen aufbereitet, weist für die ersten fünf Monate des laufenden Jahres einen Krankenstand von 3,38 Prozent aus. Im Gesamtjahr 2003 waren es 3,61 Prozent, der niedrigste Wert seit Beginn der Lohnfortzahlung im Jahr 1970. Den höchsten Krankenstand nach dem Fall der Mauer gab es im Jahr 1995 mit 5,08 Prozent. In Westdeutschland wurde 1974 mit 5,86 Prozent der Spitzenwert an arbeitsunfähig gemeldeten Beschäftigten registriert.

Nach BKK-Erkenntnissen sind psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch: Sie sind nach Verstauchungen und Knochenbrüchen, Erkältungen und Vergiftungen inzwischen die vierthäufigste Ursache für Fehlzeiten. Seit 1990 hat sich ihr Anteil an den Krankheitstagen verdoppelt. Die nach Branchen höchsten Fehlzeiten gab es bei der Müllabfuhr sowie bei Post- und Kurierdiensten, die geringsten bei Banken und Versicherungen.

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