Interim Management Firmen setzen auf externe Kompetenz

Neben Zeitarbeit und Unternehmensberatung wächst derzeit noch eine dritte Personaldienstleistung heran, die das Zeug zum Zukunftsmarkt hat. Das Interim Management. Als Führungskräfte auf Widerruf kommen Interim Manager vor allem zum Einsatz, wenn eine Firma in der Krise steckt. Ihre rechtlichen Risiken sind allerdings noch ungeklärt.
  • C. Gesellensetter
Interim Manager laufen Unternehmensberatern zunehmend den Rang ab. Illustration: Nils Fliegner

Interim Manager laufen Unternehmensberatern zunehmend den Rang ab. Illustration: Nils Fliegner

DÜSSELDORF. Unternehmensberater und Hilfsarbeiter verbindet auf den ersten Blick nicht viel. Doch ein Erdbeerpflücker mit Zeitarbeitsvertrag und ein Hochschulabsolvent mit Chefambitionen haben viele Gemeinsamkeiten: Beide wissen nie, wo sie als Nächstes eingesetzt werden. Beide arbeiten in einer Boombranche. Und beide bekommen mittlerweile scharfe Konkurrenz.

Neben Zeitarbeit und Unternehmensberatung wächst derzeit noch eine dritte Personaldienstleistung heran, die das Zeug zum Zukunftsmarkt hat. Das Interim Management.

Per definitionem bezeichnet dieser Begriff „die zeitlich befristete Übernahme von Managementaufgaben in einem Unternehmen“. Als Führungskräfte auf Widerruf kommen Interim Manager vor allem zum Einsatz, wenn eine Firma in der Krise steckt. „Sanierungen, Restrukturierungen und die Abwicklung von Projekten sind typische Aufgaben eines Interim Managers“, sagt Holger Dahl, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Personalagentur Amadeus Fire in Frankfurt/M. „Anders als gewöhnliche Unternehmensberater begnügen sie sich nicht damit, Konzepte für die Konzerne zu entwickeln. Sie setzen sie auch um und helfen, das Tagesgeschäft zu bewältigen.“

Wie viele mobile Manager in Deutschland derzeit ihre Dienste anbieten, weiß niemand genau. Schätzungen besagen, dass die Unternehmen aus einem Pool von bis zu 50 000 Führungskräften schöpfen können. Und der Markt wächst. Personalexperte Dahl: „Das Phänomen ähnelt in weiten Teilen der Zeitarbeit. Statt sich langfristig an einen Mitarbeiter zu binden, tendieren Unternehmen vermehrt dazu, kurzfristig angemietete Fachkräfte einzusetzen.“ Mittelständische Unternehmen besetzen mittlerweile sogar Geschäftsführerposten mit Interim Managern.

Die Einsatzunternehmen profitieren nicht nur von der Kompetenz der externen Spezialisten; sie können sogar noch kräftig sparen. Grund: Die meisten Interim Manager begreifen sich als selbstständige Führungskräfte. Entsprechend zahlen die Unternehmen, anders als für ihre fest angestellten Leistungsträger, auch keine Sozialversicherungsbeiträge.

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