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Jeder Mittelständler geht seinen eigenen Weg Kapital von den Kollegen

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Beim Erntemaschinenkonzern Claas aus dem westfälischen Harsewinkel können Beschäftigte bis zu 600 Euro pro Jahr in eine Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft einzahlen. Sie werden dadurch stille Gesellschafter, haben also keine Mitentscheidungsmöglichkeiten. Das Geld liegt neun Jahre fest und wird entsprechend dem Ergebnis verzinst - bislang jedes Jahr mit mehr als zehn Prozent. "Es ist das teuerste Kapital, das wir haben", sagt Rüdiger Günther, Sprecher der Claas-Geschäftsführung. "Aber es ist es uns wert, denn es steigert die Motivation der Mitarbeiter." Bei einem Verlust ist die Verzinsung aber auch negativ, das heißt die Beschäftigten werden am Verlust beteiligt. Bei Claas beteiligen sich 4 600 Mitarbeiter, das sind rund 70 Prozent der deutschen Belegschaft. Sie halten ein Kapital in Höhe von 20 Mill. Euro.

Standardmodelle für Mitarbeiterbeteiligung gibt es nicht, jeder Mittelständler geht seinen eigenen Weg. Der Ulmer Trockenfrüchteanbieter Seeberger beteiligt seine Mitarbeiter am Gewinn, so wie es viele Firmen tun. Doch fließt die Hälfte der jährlichen Sonderauszahlung zurück ans Unternehmen. Die Mitarbeiter bekommen dafür Genussrechte, die wie bei Claas nach Gewinn oder Verlust verzinst werden. Vorteil des Modells: Der Verwaltungsaufwand ist überschaubar, die Beteiligungshöhe kann variiert werden, zudem entstehen keine Stimmrechte für die Belegschaft. Seeberger-Geschäftsführer Clemens Keller ist von der Wirkung überzeugt: "Die Fluktuation in unserer Belegschaft ist gleich null."

Ähnliches berichtet die Zimmer aus Neu- Ulm. Dort können die Mitarbeiter zum einen stille Gesellschafter werden. 41 von ihnen haben dies bereits genutzt. Zum anderen können sie ihre jährliche Gewinnbeteiligung auf Kapitalkonten einzahlen lassen, wo das Geld 25 Jahre verbleibt. "Die richtigen Menschen fürs Unternehmen kann man nicht kaufen", sagt Firmengründer Bernd Zimmer. "Die muss man gewinnen."

Doch erreicht eine Kapitalbeteiligung nicht immer alle Mitarbeiter. Bei der Pumpenfabrik Wangen GmbH haben lange Zeit nur diejenigen die Genussrechte erworben, die das nötige Kapital dafür übrig hatten. Junge Mitarbeiter hingegen, die noch vor großen Anschaffungen standen, nutzten das Angebot wenig, sagt Geschäftsführer Günter Heilos. Er ist von der positiven Wirkung einer Mitarbeiterbeteiligung auf die Motivation überzeugt und lotet nun aus, mit welchen Beteiligungsmodellen künftig die gesamte Belegschaft der Pumpenfabrik erreicht werden kann.

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