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Jeff Bezos Der Chef-Lieferant der Nation steht in der Kritik

Im Zuge der Krise boomt das Geschäft von Amazon und der Konzern will 100.000 neue Mitarbeiter einstellen. Dabei häufen sich die Corona-Fälle bei Amazon.
28.03.2020 - 09:00 Uhr Kommentieren
Der Amazon-Chef steht in der Kritik, seine Mitarbeiter nicht ausreichend vor dem Virus zu schützen. Quelle: AP
Jeff Bezos

Der Amazon-Chef steht in der Kritik, seine Mitarbeiter nicht ausreichend vor dem Virus zu schützen.

(Foto: AP)

New York Jeff Bezos geht es auch in der Coronakrise gut. Der 56-jährige Amazon-Gründer und CEO hat nicht nur Anfang Februar Aktien im Wert von 1,8 Milliarden Dollar verkauft, bevor der Börsenwert zwei Wochen später nach unten rauschte. Der reichste Mensch der Welt profitiert auch von der boomenden Nachfrage nach Lieferungen bis vor die Haustür.

Bezos hat bereits angekündigt, dass er 100.000 zusätzliche Mitarbeiter einstellt und den bestehenden Angestellten das Gehalt um zwei Dollar pro Stunde erhöhen wird.

In den Augen vieler Mitarbeiter ist das vor allem eine Gefahrenzulage. Schließlich häufen sich die Fälle von Lagerarbeitern, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. In elf Lagern sind bereits Angestellte erkrankt: In New York ebenso wie in Kalifornien, Kentucky, Michigan und Texas. Mitarbeiter berichten von knallharten Schichten ohne Masken oder ausreichend Zeit zum Händewaschen.

„Wir müssen sicherstellen, dass unserer Arbeitsumfeld sicher ist. Ich habe Angst. Amazon könnte soviel mehr machen für seine Mitarbeiter“, kritisiert der Amazon-Angestellte Sahro Sharif, einer der wenigen die mit Namen an die Öffentlichkeit gehen.

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    „Amazon riskiert Leben, indem sie die Richtlinien des CDC (Center for Disease Control) für Covid-19 ignorieren“ twittert Amzonians United New York City. Die Organisation setzt sich mangels Gewerkschaften für die Rechte der Amazon-Angestellten in New York ein. Zwei der betroffenen Lager liegen mitten in dem neuen Corona-Brandherd New York: eins im Stadtteil Staten Island, eins in Queens.

    Mitarbeiter, die aus Angst vor Infektionen zuhause bleiben, können nur befristet unbezahlten Urlaub nehmen. Viele von ihnen sammeln Überbrückungsgeld über das Crowdsourcing-Portal Go Fund Me.

    Auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders hat sich zu Wort gemeldet und fordert die sofortige Schließung von Amazon-Lagern, in denen Mitarbeiter positiv getestet wurden.

    Und was sagt Jeff Bezos? Er lobt seine Mitarbeiter in diesen schwierigen Zeiten als „Helden“, die für ihre Gemeinden kämpften. Das werde auch „in den höchsten Rängen der Regierung bemerkt“, betonte er.

    Tatsächlich kann die derzeitige Lage Bezos schwierigem Verhältnis zum Weißen Haus helfen. Amazon sichert schließlich derzeit mit seiner Infrastruktur die Versorgung vieler US-Bürger. Daher hat es auch schon Gespräche zwischen Amazon und der Regierung gegeben, die sogar der US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz bestätigt hat.

    Bezos ist dem US-Präsidenten eigentlich ein Dorn in Auge, weil die von ihm übernommene Zeitung „Washington Post“ immer wieder seine Politik kritisiert und weil Amazon nach Ansicht von Donald Trump nicht genügend Steuern zahlt.

    Bezos verklagt die US-Regierung

    Bezos wiederum ist sauer auf Trump, weil Amazon bei einer Ausschreibung des Pentagons über zehn Milliarden Dollar mit seinem Cloud-Service gegen Microsoft verloren hat. Er hat sogar die US-Regierung verklagt und wirft Trump politische Einflussnahme vor.

    Auch beim Thema Klimawandel sind Bezos und Trump gegensätzlicher Meinung. Erst im Februar hat der Amazon-Gründer angekündigt, mit zehn Milliarden Dollar den „Bezos Earth Fund“ zu gründen, um den Klimawandel zu bekämpfen.

    Es war das erste Mal, dass der Milliardär eine nennenswerte Summe für einen guten Zweck in die Hand genommen hat. Anders als Microsoft-Gründer Bill Gates, Investmentguru Warren Buffett oder auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat er sein Geld bisher lieber für sich behalten oder in sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin gesteckt. Seine Exfrau MacKenzie Bezos dagegen hat bereits angekündigt, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden.

    Größere Spenden von ihm im Kampf gegen das Coronavirus sind bisher nicht bekannt. Dafür postete Bezos auf Instagram ein Bild von seiner Videokonferenz mit dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, um die Auswirkungen Pandemie zu besprechen.

    Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

    Good call with @WHO Director-General @DrTedros today on the global response to #COVID19 and the ways @Amazon and @AmazonWebServices are helping their efforts. Our current work with WHO includes: increasing capacity and security for the WHO website; providing ML & AI for WHO’s Epidemic Intelligence from Open Sources initiative; assisting with the translation and transcription of WHO’s knowledge catalogue; providing logistics support. We also discussed the urgent need for collective action to produce and distribute plentiful COVID-19 test kits. A surplus of fast, effective, easy-to-access test kits would flatten the curve and protect people around the world. I told Dr. Tedros we will continue to help WHO in every way we can in the coming weeks and months.

    Ein Beitrag geteilt von Jeff Bezos (@jeffbezos) am

    Laut Bezos liefert Amazon bereits den IT-Support der WHO und hilft mit Künstlicher Intelligenz die Daten zum Virus aufzubereiten. „Wir haben auch über den dringenden Bedarf einer gemeinsamen Aktion gesprochen, viele Covid-19-Tests zu produzieren und zu liefern“, schreibt er.

    Vielen Lagerarbeitern würden zunächst Handschuhe, Masken und Desinfektionsmittel reichen.

    Mehr: Amazon baut seine Marktmacht in der Coronakrise weiter aus

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