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Jugendmarketing Werbung für Telefonmehrwertdienste nur eingeschränkt möglich

In der Zeitschrift "Bravo Girl" hatte ein Mediaunternehmen für Klingeltöne, Logos, SMS - Bilder und dergleichen geworben, die man mit einem Anruf auf das Handy herunterladen könne. Dieser Anruf hatte über eine kostenpflichtige 0190 - Servicetelefonnummer zu erfolgen, bei der Gebühren von 1,86 EUR pro Minute anfielen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg beanstandete dies als sittenwidrig und damit unzulässig, weil sie in Jugendzeitschriften geschaltet und so deren minderjährige Leser zum Erwerb der Produkte verführt werden sollten, ohne dass sie sich hinsichtlich der insgesamt anfallenden Kosten hinreichend orientieren könnten. Hinzukomme die Unerfahrenheit insbesondere von Kindern und Jugendlichen. Diese neigten spontan zu Käufen und ließen sich durch entsprechende Werbung leichter verführen.

Die Richter räumten ein, dass die Werbung allerdings nicht die Spielleidenschaft ausnutze. Der Anreiz gehe nicht von der Werbung, sondern von dem Produkt selbst - den Klingeltönen - aus. Dass in einer Kinderzeitschrift aber auch für Spielzeug geworben werden dürfe, müsse nicht erläutert werden.

Die vorliegende Werbung richte sich - da in der Jugend Zeitschrift "Bravo Girl" veröffentlicht - überwiegend an Kinder und Jugendliche. Kerngruppe der Zielgruppe seien die 14 bis 19-jährigen Leserinnen. Der Anzeige könne auch nur entnommen werden, dass der Minutenpreis 1,86 EUR betrage. An einer Sicherheit über den letztlich zu zahlenden Preis fehle es jedoch. So könne die Dauer des Ladevorganges oder die Fingerfertigkeit des Benutzers hier eine Rolle spielen. Die Kosten würden erst zu einem späteren Zeitpunkt mit der Telefonrechnung präsentiert. Deswegen müsse die Werbung für solche Telefonmehrwertdienste gegenüber Kindern und Jugendlichen eingeschränkt werden.

OLG Hamburg vom 10. 14 2003 ; Az. 5 U 97/02

Rückfragen zum Urteil beantwortet Ihnen gerne Dr. Peter .

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