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Kley übernimmt kommissarisch Nachfolge – Gewerkschaft zeigt sich erleichtert Infineon-Aufsichtsrat feuert Konzernchef Schumacher

Völlig überraschend hat gestern Infineon-Chef Ulrich Schumacher sein Amt niedergelegt. Vorausgegangen war eine fast sechsstündige Sonder-Aufsichtsratssitzung. Am Ende votierten die Aufseher einstimmig für die Ablösung des Konzernchefs, verlautete aus Teilnehmerkreisen. Es sei zu einer „Generalabrechnung“ gekommen.

MÜNCHEN. Wie der Chipkonzern gestern Nachmittag per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, übernimmt kommissarisch und für längstens ein Jahr Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley die Führung. Kley war bis zum vergangenen Jahr Finanzvorstand beim Chemiekonzern BASF.

Schumacher sei unter anderem seine forsche Art zum Verhängnis geworden. Nach Gewerkschaftsangaben habe es auch internen Streit im Vorstand über den richtigen Führungsstil gegeben, insbesondere mit Finanzvorstand Peter Fischl und Andreas von Zitzewitz. Der Technik- Vorstand von Infineon galt bislang als möglicher Nachfolger Schumachers. Gewerkschaftsfunktionäre zeigten sich zufrieden mit dem Rauswurf. „Wir haben die Hoffnung, dass der neue Chef vieles anders macht“, hieß es gestern bei der IG Metall.

Weitere Einzelheiten zu dem Eklat waren zunächst nicht zu erfahren. Ein Infineon-Sprecher lehnte einen Kommentar ab. Auch bei Siemens, einst die Muttergesellschaft von Infineon und mit gut 18 % noch größter Gesellschafter, gab es keine Details. Die Aktie ging nach der Meldung um fast 3 % in die Knie. Händler sagten, der Markt sei von der überraschenden Nachricht verunsichert. „So hat das Ganze einen merkwürdigen Beigeschmack“, hieß es am Markt. Es kursierten Gerüchte über Bilanzprobleme bei Infineon, die sich aber nicht bestätigten.

Schumacher zählte schon lange zu den umstrittensten Konzernlenkern in Deutschland. Unvergessen sein Auftritt, als er zum Börsengang im März 2000 im Porsche vor der Börse vorfuhr. Immer wieder eckte der 45-jährige Hobby-Rennfahrer mit seiner provokanten Art an. Im vorigen Jahr wurde etwa die Verlagerung des Konzernsitzes ins Ausland diskutiert, um die Steuerlast zu drücken. Ein öffentlicher Aufschrei war die Folge. Schumacher musste seine Pläne zurückziehen.

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