Köpfe Bill Miller Superstar

Bill Miller bricht mit seinem Legg Mason Value Trust alle Rekorde. Bei den Investoren kommt das an: Sie überschütten den Fonds mit frischen Mitteln.
Mit kritischem Denken zum Erfolg: Bill Miller

Mit kritischem Denken zum Erfolg: Bill Miller

FRANKFURT. Er hat es wieder einmal geschafft: Zum 15. Mal nacheinander ließ William („Bill“) Miller im vergangenen Jahr den US-Index S&P 500 mit seinem jetzt 20 Mrd. Dollar schweren Aktienfonds Legg Mason Value Trust hinter sich. Eine bessere Werbung kann es für den über 800 Mrd. Dollar schweren US-Vermögensverwalter Legg Mason mit Sitz in Baltimore kaum geben. Dabei ist der eher medienscheue und bescheidene 55-Jährige ein Querdenker, wie er in einem seiner seltenen Interviews beweist. Er lässt sich in keinen klassischen Anlagestil pressen und kommentiert auch manche Branchenentwicklung kritisch.

Experten haben eine hohe Meinung von Miller. „Er ist einer der wirklich talentierten Manager“, sagt Fernand Schoppig, Vorstand der US-Beratungsfirma FS Associates. Seine Erfolge haben den zu Collegezeiten begeisterten Baseballspieler in eine Reihe mit den lebenden Wall-Street-Legenden Marke Warren Buffett und George Soros gerückt. „Miller ist ein Markenname“, bestätigt Daniel Enskat, Analyst bei der New Yorker Consultingfirma Strategic Insight.

Im neuen Jahr steht der Starmanager aber vor wachsenden Herausforderungen. Das Fondsvermögen ist dank der Anlageerfolge und Mittelzuflüsse stark angeschwollen. „Wir steuern nach unserer Strategie jetzt insgesamt 40 Milliarden Dollar, davon die Hälfte im Value Trust, aber auch dieses Volumen können wir ohne Probleme verkraften und investieren“, zeigt sich Miller im Gespräch mit dem Handelsblatt jedoch zuversichtlich.

Analysten sehen seine großen Fähigkeiten in der Einzelaktienauswahl. Dabei geht er große Wetten ein. Derzeit hat der Manager 41 Aktien im Portfolio, während seine Konkurrenten laut Analyse der US-Researchfirma Morning-star ihre Depots meist mit mehr als 200 Werten auffüllen. Auch beim Thema Anlagestile bewegt sich Miller abseits des Mainstreams, ist kein Freund des Schubladendenkens. Während viele Mitstreiter entweder nur in unterbewertete Value- oder nur in wachstumsstarke Growth-Titel investieren, ist ihm diese Unterscheidung egal: Hauptsache billig und aussichtsreich.

Der König der Stock-Picker hat eine ausgeprägte Meinung zu den Risiken in seinem Geschäft. Auf die Frage nach potenziellen Gefahrenherden für die Finanzmärkte lässt er sich etwas Zeit – entgegen seiner sonstigen Gewohnheit. Doch dann wird die Liste ausgesprochen lang: Terrorismus, geopolitische Spannungen, Katastrophen wie Tsumamis und Hurrikane, wirtschaftliche Instabilitäten, Währungsverschiebungen, ein Konsumeinbruch.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%