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Korruptionsprozess Samsung-Erbe kommt aus dem Gefängnis frei

Überraschendes Urteil in Südkorea: Samsung-Konzernerbe Lee Jae-yong darf seine Zelle nach nur einem Jahr wieder verlassen.
05.02.2018 Update: 05.02.2018 - 11:57 Uhr 1 Kommentar
Samsung-Erbe Lee Jae-yong kommt aus dem Gefängnis frei Quelle: Reuters
Samsung-Erbe Lee Jae-yong

Der 49-Jährige wurde für Schmiergeldzahlungen an die damalige Präsidentin Park Geun Hye verurteilt.

(Foto: Reuters)

Seoul Fünf Monate nach seiner Verurteilung zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Korruption ist der Erbe des Samsung-Imperiums, Lee Jae Yong, wieder auf freiem Fuß. Ein Berufungsgericht in Seoul bestätigte zwar am Montag grundsätzlich das bisherige Urteil gegen den Vizevorsitzenden des Smartphone-Marktführers Samsung Electronics. Der Richter milderte jedoch die Haftstrafe von fünf Jahren für den 49-jährigen Manager auf eine Bewährungsstrafe von zweieinhalb Jahren ab und ordnete die Freilassung an.

Auf dem Weg aus dem Gefängnis sagte Lee: „Nochmals, ich bedauere, dass ich nicht meine beste Seite gezeigt habe.“ Der Erbe eines der größten Firmenimperien der Welt befand sich seit Februar 2017 in Haft. Dies sei eine sehr „wertvolle Zeit“ gewesen, um „über mich nachzudenken.“

Die Samsung-Aktie profitierte von der Nachricht und ging mit einem Plus von 0,5 Prozent aus dem Handel, während der Seouler Leitindex 1,3 Prozent verlor. „Es ist eine gute Sache, dass der Eigner zurückkehrt“, sagte Analyst Greg Roh vom Finanzdienstleister HMC Investment & Securities. Es wird vermutet, dass Lee seine bisherige Arbeit fortsetzt. Seit dem Herzinfarkt seines Vaters 2014 steht der Enkel des Samsung-Firmengründers faktisch an der Spitze des Konglomerats.

Hintergrund des Verfahrens war eine Korruptionsaffäre um eine enge Freundin der früheren Präsidentin Park Geun Hye, die im März 2017 aus dem höchsten Staatsamt entfernt wurde. Die Ermittler beschuldigten Samsung, hohe Summen an Unternehmen der umstrittenen Park-Freundin Choi Soon Sil sowie an deren Verwandten gezahlt und im Gegenzug politische Unterstützung für die Fusion zweier Konzerntöchter erhalten zu haben. Kritiker sahen in der Fusion eine Stärkung der Gründerfamilie.

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    Lee hatte die Vorwürfe der Bestechung zurückgewiesen, doch die Staatsanwaltschaft forderte zwölf Jahre Haft. Nach Berichten südkoreanischer Medien wurde jetzt erwartet, dass die Ankläger in Revision gehen wollen. Im August war Lee in erster Instanz der Bestechung, der Untreue und des Meineids für schuldig befunden worden. Auch soll er Vermögenswerte im Ausland und Gewinne aus kriminellen Straftaten verborgen haben. Davor hatte er bereits in Untersuchungshaft gesessen.

    Das Berufungsgericht sprach Lee jetzt den Berichten zufolge von einigen Vorwürfen - dem der Vermögensflucht ins Ausland eingeschlossen - frei. Auch habe das Gericht Zahlungen von Samsung an ein Förderzentrum für den Wintersport, die von Chois Nichte gegründet worden sei, nicht als Bestechung anerkannt.

    Lee ist der Sohn des schwer erkrankten, früheren Konzernchefs Lee Kun Hee, der maßgeblich die Entwicklung des Geschäftszweigs mit Elektronik vorangetrieben hatte. Bereits vor zehn Jahren legte Lee Kun Hee jedoch wegen eines Skandals als Vorsitzender alle Posten nieder.

    Die Affäre rund um Lee und den Rücktritt von Park führte zu einer Diskussion über die Rolle der großen Unternehmer-Dynastien in Südkoreas Gesellschaft. In Medien wurde vermutet, dass das Urteil dazu dienen sollte, den Skandal vor Beginn der Olympischen Winterspiele hinter sich zu lassen. Der Chef der Analysefirma Chaebul.com, Chung Sun Sup, zeigte sich enttäuscht: „Hier wiederholt sich alte Geschichte, alle haben Nachsehen mit den Chaebol-Eigentümern.“

    • dpa
    • rtr
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    1 Kommentar zu "Korruptionsprozess: Samsung-Erbe kommt aus dem Gefängnis frei"

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    • Soweit bekannt sind die grossen südkoreanischen Chaebols (Mischkonzerne) traditionell sehr eng mit der Politik und dem Staat verknüpft.

      Bei der letzten Wahl wurde eine Politikerin der linken Opposition gewählt.

      Meine persönliche Vermutung ist, dass man den Samsung Konzernerbe einen Dämpfer verpassen wollte, sprich zeigen wollte dass der Staat die Regeln bestimmt, allerdings möchte man den Samsung Konzern der mit Samsung Electronics für einen wesentlichen Teil der wirtschaftlichen Existenz Südkoreas steht keinen grossen Schaden zufügen.

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