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Verwaltungskosten im Fokus

Produktion und Vermarktung sind weniger von Sparrunden betroffen als Verwaltungseinheiten.

(Foto: imago/photothek)

Kostensenkungen Dax-Konzerne sparen zuerst an der Verwaltung

Seit 2012 sind bei vielen Dax-Konzernen die Verwaltungskostenquoten deutlich gestiegen. Hier setzen derzeit viele Sparprogramme an.
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Düsseldorf Wenn die Sparkommissare in den Unternehmen unterwegs sind, schauen sie schnell auf die Verwaltungseinheiten: Personalwesen, Rechtsstäbe, Finanzabteilungen und auch die Geschäftsführung gehören dazu – alles, was nicht direkt an der Entstehung oder Vermarktung eines Produkts beteiligt ist.

Schon bei früheren Sparrunden hat es die Mitarbeiter im sogenannten Overhead kräftig getroffen, während das Einsparpotenzial in der Produktion in vielen Fällen als bereits ausgereizt galt.

Ein Grund dafür: Wissenschaftler beobachten, dass die Stäbe in Unternehmen zum Aufblähen neigen. Statistisch nachweisen lässt sich das schwer. Am ehesten zeigt es sich an der Verwaltungskostenquote einer Firma: Sie zeigt, wie viel Prozent vom Umsatz für Verwaltungskosten draufgeht.

Der absolute Wert fällt sehr unterschiedlich aus, was am Geschäftsmodell liegt. Ein mit viel Regulierung beschäftigter Pharmakonzern wie Bayer gibt mehr Geld für Konzernstäbe aus als ein Autozulieferer wie Continental

Aussagekräftiger ist der mehrjährige Vergleich. Berechnungen des Handelsblatts zeigen: Zwischen 2012 und 2017 sind bei vielen Dax-Konzernen die Verwaltungskostenquoten gestiegen, etwa bei Bayer von 4,8 auf 5,7 Prozent. Beim Autozulieferer Conti legte der Wert in diesem Zeitraum von 2,0 auf 2,6 Prozent zu.

Der für teure Verwaltung scharf kritisierte Thyssen-Krupp-Konzern hat zwar zuletzt Fortschritte erzielt, doch mit 5,9 Prozent vom Umsatz sind die Ausgaben noch immer auf hohem Niveau. Bei Volkswagen zeigt sich ebenfalls die Tendenz, dass Konzernstäbe aufgestockt wurden – anders bei Daimler.

Der Anstieg der Verwaltungskosten kann strategische Gründe haben – etwa, wenn neue Regionen oder Geschäfte erobert werden sollen, die noch kaum Umsatz liefern.

Meist ist der Grund aber banal: „Es ist ein immer wiederkehrendes Phänomen: Wenn es einem gut geht, wird man generös“, sagt Sascha Haghani, Geschäftsführer bei Roland Berger. „Firmen achten in wachstumsstarken Zeiten nur bedingt auf ihre Kosten, sei es durch neues Personal, höhere Löhne oder neue Betriebsvereinbarungen.“

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