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Kritik zu Winterkorns Video „Es gibt schlicht keine Körpersprache“

VW-Chef Winterkorn hat sich mit einem Video an die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter gewandt. Fürs Herz bekam der Zuschauer gar nichts, meint der Marketing-Berater Jon Christoph Berndt. Das Video wirke unprofessionell.
23.09.2015 - 15:19 Uhr

Winterkorns Videobotschaft: „Es tut mir unendlich leid“

Was Winterkorn sagt, mag sachlich-fachlich alles soweit richtig sein, aber „richtig“ reicht in dieser Situation nicht. Derzeit ist Winterkorn der Konzern, und der Konzern ist Winterkorn. Es hätte den charismatischen Auftritt gebraucht, für den man nur einen Schuss hat und der in dieser Lage einfach sitzen muss: erst das Herz berühren, dann den Kopf informieren.

Der Autor ist Marketingexperte und Marken-Sprecher aus München. Quelle: Jon Christoph Berndt
Jon Christoph Berndt

Der Autor ist Marketingexperte und Marken-Sprecher aus München.

Fürs Herz, wo Verständnis und neues Vertrauen gebildet werden, bekommt man hier gar nichts. Das schnelle Medium Video statt der statischen Pressekonferenz ist zwar zeitgemäß, aber es wirkt unprofessionell gemacht. Das stößt sauer auf, weil Volkswagen ein konservativer Oldschooler und kein hipper kalifornischer Start-upper ist.

Winterkorn wirkt buchstäblich wie festgenagelt. Seine Körpersprache ist nicht einzuschätzen – es gibt schlicht keine. Das Ablesen vom Manuskript, bei dem es zumindest etwas Aktion mit den Händen gibt, hätte viel nahbarer gewirkt als das gänzlich unemotionale Starren auf den Teleprompter.

Für mich am Unverständlichsten: Winterkorn entschuldigt sich. Das ist aber unmöglich – man kann nur um Entschuldigung bitten. Ob der Konzern seine Schuld loswird, ist dann die Angelegenheit sowohl der Geschädigten als auch der öffentlichen Meinung. Dazu, dass sich da vieles schnell zum Positiven wendet, trägt das Statement nichts bei, und zur dringend notwendigen Profilierung der Human Brand Martin Winterkorn ebenfalls nicht.

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