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Kunsmäzen Frieder Burda Gut gegeben

Für den Kunstmäzen Frieder Burda ist Geld nur Mittel zum guten Zweck. Er möchte nicht nur Sammler elitärer Bilder sein, sondern viel mehr Mäzen, einer, der uneigennützig die Kunst fördert.
  • Dieter Hintermeier

"Schenken kann man nicht lernen, das muss von innen kommen", sagt Frieder Burda. Foto: dpa

BADEN-BADEN. Der Mann im Park wirkt schüchtern. Sichtlich ringt er um eine Pose, jeder Gesichtsmuskel sagt, dass Fotoshootings nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehören. Doch Frieder Burda zwingt sich ein Lächeln ab und blinzelt in die Sonne.

Die Zurückhaltung scheint deplaziert, bildet die Kulisse doch sein Lebenswerk: das Museum Frieder Burda, in dessen großzügigen Glasflächen sich die alten Bäume des Baden-Badener Kurparks in der milden Herbstsonne spiegeln.

In dem gleißend weißen Bau hat der Kunstmäzen seine Schätze gesammelt, ziemlich genau 700 Exponate sind es. Spätwerke von Pablo Picasso, berühmte Gemälde von Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz haben den Ruf einer legendären Kollektion begründet.

Für Burda wird sein persönliches Kunstförderprogramm mit dem Bau des 20 Millionen Euro teuren Museums gekrönt, nicht begonnen. Er förderte in der Tat schon lange, bevor er als renommierter Kunstsammler bekannt wurde, das Museum für zeitgenössische Kunst in Straßburg. Sein Credo für dieses Engagement: Durch die Unterstützung junger Künstler diesseits und jenseits des Rheins sollte ein deutsch-französischer Brückenschlag entstehen. Einen Hehl machte er daraus, dass Burda für die Restaurierung des weltberühmten Jerusalemer „Löwentors“ sorgte. Als großzügiger „Initialspender“ machte er sich ebenfalls um das Festspielhaus in Baden-Baden verdient. Und die Offenlegung seiner Sammlung hat schließlich für viel Furore gesorgt.

Das gefällt dem Sohn des alten, großen Senators Burda, es ist aber auch sein Dilemma: Er möchte nicht nur Sammler elitärer Bilder sein, sondern viel mehr Mäzen, einer, der uneigennützig die Kunst fördert. So einer wie Gaius Cilnius Maecenas, der junge Dichter unterstützte und Vergil oder Horaz zum Ruhm verhalf. Maecenas Familienname wurde gleichsam zum Synonym des selbstlosen Unterstützers und zeigt, warum zwischen Kunstliebe und Eitelkeit ein dünner Grat verlauft. Hoffen doch viele edle Spender darauf, ihre Namen in den Geschichtsbüchern zu lesen.

Burda bekennt, dass er sich dem Mäzenatentum verschrieben hat, weil er „als Sohn erfolgreicher Eltern so viel Glück im Leben“ gehabt habe, dass er davon den Menschen etwas zurückgeben möchte. Ein Menschenfreund kann mit reiner Selbstverwirklichung wenig anfangen. Wirkliches Mäzenatentum steht mit persönlichen Eitelkeiten auf Kriegsfuß, sagt Burda. Er hat eine Kinderkunstwerkstatt gegründet. „Ich will hier in Baden-Baden ein Zentrum für die Kunst aufbauen, und dazu gehört auch die Kinderkunstwerkstatt. Wir wollen damit die Neugier und den Entdeckergeist der Kleinen wecken“, betont er. Ein Zeichen in die Zukunft für eine kinderfeindliche Gegenwart.

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