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Ludwig macht der Deutschen Bahn Konkurrenz Immer vorneweg

Der ältere Herr, der an einer Straßenbahnhaltestelle mitten in der Karlsruher Innenstadt wartet, könnte ein Großvater sein, unterwegs zu seinen Enkeln. Doch in der Bahn geht der Mann zielstrebig nach vorn zur Fahrerkabine. „Guten Morgen, Herr Ludwig“, grüßen ihn einige Fahrgäste. Der Fahrer steht ohne große Worte auf und macht Dieter Ludwig Platz. Ein prüfender Blick, dann ein gefühlvoller Griff am Schalthebel, und sanft fährt der Stadtbahnzug an.

HB KARLSRUHE. Dass ihr Chef selbst fährt, ist für die Mitarbeiter der Karlsruher Verkehrsbetriebe und der regionalen Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) ebenso wenig sensationell wie für viele Stammgäste. Schon seit seinem Bauingenieur-Studium an der Technischen Universität in Karlsruhe Ende der fünfziger Jahre lenkt Ludwig Straßenbahnen. „Ich bin von fünf Uhr bis 7.45 Uhr gefahren, und dann war ich in der Vorlesung einer der ausgeschlafensten Studenten“, erinnert sich der heute 64-Jährige mit den hellwachen Augen in seinem ganz leicht eingefärbten nordbadischen Singsang.

Seit dem letzten Fahrplanwechsel kann er mit seiner Bahn sogar von der Karlsruher City ins 80 Kilometer entfernte Freudenstadt im Schwarzwald fahren. Der Clou: Die Stadtbahn nutzt außerhalb von Karlsruhe das Schienennetz der Deutschen Bahn. Seine Idee des so genannten „Tram-Trains“ findet in Fachkreisen als „Karlsruher Modell“ inzwischen weltweit Beachtung und Nachahmer, zum Beispiel in Frankreich.

Ludwig ist es mit dem Konzept gelungen, die einst bescheidene Regionalbahn zu einem attraktiven Schienennahverkehrsunternehmen zu entwickeln. Heute gehört es mit einem ausgedehnten, 500 Kilometer langen Liniennetz zu den größeren Regionalbahnen in Deutschland. Es reicht von Baden-Baden im Süden bis Heilbronn im Norden.

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