M. Kutschenreuter Ex-Manager von Siemens müssen vor Gericht

Die Münchener Justiz lässt nicht locker. Am kommenden Montag müssen sich im Zuge des Korruptionsskandals von Siemens erneut zwei ehemalige Manager des Konzerns vor Gericht verantworten.
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Besonders die Kommunikationssparte von Siemens war von dem Bestechungsskandal betroffen. Quelle: dpa

Besonders die Kommunikationssparte von Siemens war von dem Bestechungsskandal betroffen.

(Foto: dpa)

MÜNCHEN. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 55-Jährigen Untreue sowie Beihilfe zur Bestechung vor. Für den Prozess sind zunächst drei Verhandlungstage angesetzt.

Mit Michael Kutschenreuter nehmen sich die Staatsanwälte den bislang ranghöchsten Ex-Manager des Elektrokonzerns vor. Er war von 2001 bis 2005 Bereichsvorstand in der vom Bestechungsskandal besonders betroffenen Kommunikationssparte von Siemens. Mehrere Kutschenreuter unterstellte Mitarbeiter, die das Schmiergeldsystem in dem Bereich aufgebaut und verwaltet hatten, wurden bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Kutschenreuter soll Schmiergeldzahlungen an politische Amtsträger und Geschäftsleute in Nigeria und Russland gedeckt haben. Der zweite Angeklagte, damals Leiter des Rechnungswesens der Sparte, soll ebenfalls in die Zahlungen eingeweiht gewesen sein.

Nach einer Großrazzia im Herbst 2006 war die größte Bestechungsaffäre in der deutschen Wirtschaftsgeschichte bekannt geworden. Rund 1,3 Mrd. Euro sollen über Tarnfirmen und fingierte Beraterverträge eingesetzt worden sein, um Auslandsaufträge zu bekommen. Justiz und Siemens selbst bemühen sich seit Jahren um die Aufarbeitung des Falls. Ein Ende der Prozess-Serie ist trotzdem nicht in Sicht. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat bereits gegen den früheren Konzernvorstand Thomas Ganswindt Anklage erhoben, Beobachter rechnen mit einem Verfahren im Herbst.

Zudem fordert Siemens von Ganswindt und dem ehemaligen Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger Schadensersatz. Mit den meisten anderen ehemaligen Konzernvorständen, darunter dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer, hat sich Siemens geeinigt.

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