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Management Wie viele Milliarden darf ein Chef verbrennen?

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Trifft ein Rausschmiss den Richtigen?
Die Altersgrenze gerissen
Hartmut Mehdorn
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Überraschendes Comeback: Hartmut Mehdorn wird Flughafenchef in Berlin. Zuvor steuerte der 70-Jährige die Fluggesellschaft Air Berlin sowie die Deutsche Bahn. Er ist nicht der einzige Manager mit viel Erfahrung, der noch Ämter ausübt.

(Foto: dpa)
Hauptversammlung ThyssenKrupp
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Gerhard Cromme musste bei Thyssen-Krupp den Posten des Chefaufsehers räumen. Doch Siemens hat in der Satzung die Altersregel geändert, damit sich Cromme erneut zur Wahl stellen konnte. Selbst den Konflikt um die Ablösung von Siemens-Chef Peter Löscher überstand er.

(Foto: dapd)
JOACHIM MILBERG
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Mit einer Ausnahmeregel soll auch BMW-Chefkontrolleur Joachim Milberg weitermachen. Das Unternehmen stehe vor großen Herausforderungen, ein geeigneter Nachfolger sei nicht in Sicht, lautet die Begründung.

(Foto: ap)
Hauptversammlung der Linde AG
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Sein repräsentatives Büro in der Bayer-Zentrale hat Manfred Schneider Ende 2012 nach über einem Jahrzehnt geräumt. Die Mandate bei Linde und RWE will der 74-Jährige vorerst nicht aufgeben. Eine volle Mandatszeit von fünf Jahren steht aber nicht zur Debatte. Schließlich wäre er dann 79 Jahre alt.

(Foto: dapd)
Koch wird Vorstandsvorsitzender bei Bilfinger-Berger
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Schon 74 Jahre alt wird Bernhard Walter (rechts) sein, wenn sein Mandat als Chefkontrolleur beim Baukonzern Bilfinger Berger endet. Der Ex-Vorstandssprecher der Dresdner Bank gehört zu den in der Öffentlichkeit weniger bekannten und dennoch vielbeschäftigten Kontrolleuren. Als Bilfinger Walter im Mai 2011 als Aufsichtsratschef bestätigte, war der Manager 69 Jahre alt. Der Baukonzern kam deshalb gerade noch darum herum, eine Regel zu brechen, die er im Zuge seiner Umfirmierung in eine Europa-AG aufgestellt hatte. Danach soll kein Kontrolleur bei seiner Bestellung auf der Hauptversammlung „bereits das 70. Lebensjahr überschritten haben“.

(Foto: picture alliance/dpa)
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Jörn Kreke (rechts) ist Chefkontrolleur bei Douglas. Neben ihm sein Sohn und der Vorstandsvorsitzende der Holding, Henning Kreke. Vater Jörn wird weiterhin den Aufsichtsrat leiten - wozu extra das Kontrollgremium die Altersgrenze auf 73 Jahre angehoben hat.

(Foto: dpa - picture-alliance)
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Immerhin ein Kontrolleur räumte nun seinen Posten. Mit Erreichen des 80. Lebensjahres hat Erivan Karl Haub, langjähriger Chef und zuletzt Beiratsvorsitzender der Unternehmensgruppe Tengelmann, seine Funktion im obersten Führungsgremium des Mülheimer Traditionshauses niedergelegt.

(Foto: dpa - picture-alliance)

Die wissenschaftliche Literatur zur Entlassung von Vorstandschefs bezieht sich meist nur auf die Fälle mit angelsächsisch geprägten Verwaltungsräten. Der texanische Ökonom Craig Crossland beschreibt aber, dass in den USA oder Großbritannien die negative Entwicklung eines Konzerns eher an Einzelpersonen festgemacht wird als in eher gemeinschaftlich organisierten Kulturen wie Deutschland oder Japan. Neben dem Aktienkurs spielten in diesen Ländern sicherlich auch andere Faktoren wie Arbeitnehmerzufriedenheit oder Beschäftigungsniveau eine Rolle.

Gerade in Deutschland können Manager ihren Job gefährden, wenn sie es sich mit den Arbeitnehmern verscherzen. So geriet Daimler-Chef Dieter Zetsche so sehr mit den Betriebsräten aneinander, dass diese ihm regelrecht das Misstrauen aussprachen und ihn aus dem Vorstand drängen wollten. Der Vertrag des Auto-Managers wurde nur um drei statt der erwarteten fünf Jahre verlängert.

Aber trifft die Kritik an einem Vorstandschef überhaupt den Richtigen? Denn in einem hochkomplexen Unternehmen mit mächtigen oder zumindest machtbewussten Abteilungsleitern und Regionalfürsten können Vorstandsentscheidungen leicht im Sand verlaufen.

„Der CEO ist nur eine Person, zugegebenermaßen eine mit hohem Maß an Autorität“, schreibt der Analyst Horace Dediu vom Marktforscher Asymco. Dessen Autorität sei nicht unbegrenzt: „Veränderungen in der Führung einer Firma können eine größere Zahl Leute beeinflussen, zumindest kurzfristig.“ Aber: Der Großteil der Ressourcen, Prozesse und Kundenwünsche wie auch der Cash Flow begrenzten, was ein Chef wirklich bewegen könne. Die Theorie, dass ein „blöder Manager“ für das Scheitern eines Unternehmens verantwortlich sei, hält Dediu daher für Unsinn. Ebenso übrigens, dass ein schlauer Manager allein den Erfolg herbeiführt.

Manchmal ist der Vorstandschef also schlicht ein prominentes Bauernopfer. Ein Aufsichtsrat will zeigen, dass er Probleme erkannt hat und in den Griff bekommen will. Den obersten Verantwortungsträger zu entlassen, muss aber nicht unbedingt die beste Lösung für ein Problem sein. „Aufseher sind normalerweise sehr schlecht darin, Chefs loszuwerden“, resümiert der amerikanische Berater Richard Moran.

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14 Kommentare zu "Management: Wie viele Milliarden darf ein Chef verbrennen?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ab einem bestimmten Level darf ein Manager so viel Geld verballern, bis er seine Schäfchen im Trockenen hat.

    Für die Folgen haften dann die Arbeitnehmer und/oder der Staat/die Allgemeinheit.

    Solange die Staatsanwaltschaften nicht massiv in ihrer wirtschaftlichen Kompetenz aufgepeppt werden wird sich nichts ändern. Es fehlt die Abschreckung durch Freiheitsstrafen. Die Kosten für dieses "Aufpeppen" wären bestimmt nicht höher, als die Kosten durch das Geldverbrennen der Manager.

    Aber Dank der Lobbyisten wird sich nichts ändern, der doofe Bürger muss sich an Gesetze halten, der Manager nicht.

  • Na JA ??? Politiker NICHT MUSTER VORLEBEN ??? Wowereit SETZT FLUGHAFEN MIT IN SAND und MILLIARDEN und gibt für Vorstandsposten auf , den er NUN WIEDER ÜBERNEHMEN WÜRDE GERNE !!! Die BRINGEN ES AUCH GARNICHT MIT VERANTWORTUNG IN ZUSAMMENHANG sondern NUR ALS ANWESENHEIT BEZAHLTER OHNE VERANTWORTEN ZU MÜSSEN . wer HAT DEN NUN IN DEMOKRATIE VERANTWORTUNG BEI SOLCH TUENDEN ??? ALSO IST DOCH WAHR was schon VOR JAHRE GESAGT WURDE :
    http://www.myvideo.de/watch/6043823/EU_Verfassung_Teil_5_10
    EU-Verfassung Teil 5 / 10

    UND ABSAHNEN TUN GANZ andre , die NICHT STEUERZAHLENDE IN DEUTSCHLAND SIND .
    http://www.zeit.de/2012/50/Bank-HypoVereinsbank-Rafael-Roth
    Unter Strippern
    SPD WÄHLEN , HABEN SOGAR DAS RECHT , MIT DOPPELPASS , AUF DEUTSCHER ZU TUN UND WO ANDERS STEUER ZU ZAHLEN MIT ZIEL .:

    UND DEMOKATIE HABEN NICHT UND WIRD UNMÖGLICH GEMACHT und keiner WAR'S ALS SCHULDIGER DA DEMOKRATUR : http://www.taz.de/Transantlantisches-Handelsabkommen/!119525/
    Neue Rechte für Konzerne geplant

  • @HofmannM:
    So sehr ich Ihren Unmut auch nachvollziehen kann, so wenig passt der Kommentar zum Thema. Es ging um durch Manager verballerte Milliarden, nicht um Fehlzuteilung durch die Bundesregierung. Auch wenn diese sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
    Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass Solarworld weit über die Hälfte seiner Einnahmen im Ausland macht. Ganz ohne EEG-Umlage ;-)

  • IST DOCH WIE MIT Elektroautos , GENAUSO , SOLANGE Ohmsche GESETZ GILT UND BATTERIEN RUMGEFAHREN WERDEN , IST WENIGSTER ENERGIEVERBRAUCH DAS FAHREN SELBST ALS LEISTUNG , DA GEWISCHT BATTERIE UND IM WINTER NUR FÜRS HEIZEN . . . ZEIT ÜBERBRÜCKT EGAL ERGEBNIS und FÜR HERSTELLUNG AN ENERGIEVERBRAUCH UND BATTERIESCHROTT DURCH ZEIT UND NICHT DURCH ÜBERMÄSSIGER VERBRAUCH ODER DURCH WENIGER GEBRAUCH ! AUCH NICHT LÄNGER HALTEND . . . .

  • @JanR
    Wie diese sog. Erneuerbaren Energie Arbeitsplätze nicht auf den Markt ausgerichtet sind, sondern nur auf dem EEG (Erneuerbaren Energie Gesetz) basiert. Und dieses EEG ist eine Zwangs-Abgaben-Subvention die der Bürger auf seiner Stromrechnung zu sehen bekommt und diese Subvention dann auch zahlen muss, damit diese Windmühlen bzw. Solarmodule überhaupt Investoren finden, die diesen EE-Schrott bezahlen. Wirtschaftlich sind diese sog. Erneuerbaren Energien noch nie gewesen und bleiben auf dem Markt IMMER ein Nischenprodukt! Somit sind die Arbeitsplätze in der Erneuerbaren Energiewelt ALLE auf der EEG-Zwangssubvention aufgebaut und lassen unsere Stromrechnung von Jahr zu Jahr explodieren. Verstanden?!

  • @HofmannM:
    Warum auf Kosten der Arbeitnehmer? Belegen Sie doch Ihre Aussagen. Alles andere ist polemisches Stammtischgeschwätz!

  • @Henry:
    Genau so sieht es aus. Selbst bei normalen Arbeitnehmern müssen 50% Gehalt weitergezahlt werden, damit Geheimhaltungsvereinbarungen ziehen. Manager verdienen eben vorher einfach mehr :-D

  • Fragen Sie mal bei Hr. Asbeck von Solarworld nach. Und dann fragen Sie mal in der gesamten Erneuerbaren Energiebranche nach...Millarden langen da nicht mehr!
    Und das ALLES auf Kosten der Arbeitnehmer und der deutschen Gesellschaft!

  • Ich fände es nur gerecht, wenn der Staat diese Leute auch adäquat an den Steuerausfällen und ggf. erforderlichen Bürgschaften beteiligen würde. Nehmen Sie das Beispiel HRE/DePfa - die zweifelhaften der Ex-Manager Funke und Bruckermann haben m.E. noch keinerlei Schadenersatz für den Scherbenhaufen zahlen müssen, den sie angerichtet haben.

  • Wie viele Milliarden darf ein Chef verbrennen?

    Ob Siemens, Microsoft oder JP Morgan: Wenn eine Firma die Ziele verpasst oder Milliarden verliert, wird es für den Chef eng. Aber wann muss er den Posten räumen – wenn es um die Existenz der Unternehmen geht, ab sofort.

    Die Abfindungen sind Schweigegelder. Die Ex-Mitarbeiter könnten geheime Informationen weitergeben oder auch Betrügereien aufdecken. Um das zu verhindern fliesen irre Summen in Form von Abfindungen oder auch „Goldener Handschlag“ genannt.

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