Manfred Schneider wird aus Aufsichtsrat gedrängt Haniel bootet Kritiker bei Metro aus

Hauptaktionär Haniel beseitigt im Metro-Konzern einen weiteren mächtigen Widersacher. Wie das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, scheidet Ex-Bayer-Chef Manfred Schneider zum 3. April aus dem Kontrollgremium des Düsseldorfer Handelskonzerns aus. „Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel hat beschlossen, auf Schneider zu verzichten“, verlautete aus Aufsichtsratskreisen.
Manfred Schneider: Franz Markus Haniel hält ihn offiziell für zu alt für den Aufsichtsrat von Haniel. Foto: ap Quelle: ap

Manfred Schneider: Franz Markus Haniel hält ihn offiziell für zu alt für den Aufsichtsrat von Haniel. Foto: ap

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DÜSSELDORF. Damit ebnet der Duisburger Großaktionär, der Anfang August durch Aktienzukäufe die faktische Kontrolle bei der Metro übernommen hatte, den Weg für eine mögliche Aufspaltung des 270 000 Mitarbeiter zählenden Unternehmens. Der Dax-Konzern ist derzeit mit 66 Mrd. Euro Umsatz und 31 Auslandsmärkten der größte deutsche Einzelhändler.

Bislang galt Schneider im Metro-Aufsichtsrat als einer der schärfsten Kritiker des seit November amtierenden Aufsichtsratschefs Franz Markus Haniel. Schneider hatte sich gemeinsam mit anderen Vertretern der Kapitalseite vehement, aber letztendlich vergeblich gegen die Berufung Haniels an die Spitze des Metro-Aufsichtsrats zur Wehr gesetzt. Mehrfach hatten Metro-Aufsichtsräte vor einem gravierenden Interessenkonflikt des 53-jährigen Clan-Oberhaupts gewarnt, falls es zu einem Verkauf der lukrativen Konzerntochter Metro Cash & Carry an den Haniel-Konzern kommen sollte.

Schon im vergangenen September hatte sich der damalige Metro-Chef Hans-Joachim Körber von seinem Amt verabschiedet, weil er mit dem Vorgehen Haniels bei dem Handelskonzern nicht einverstanden war.

Offiziell wollte Franz Markus Haniel Schneider aus Altersgründen bei der nächsten Hauptversammlung nicht wieder für den Aufsichtsrat vorschlagen. Mit 69 Jahren sei er zu alt für den Job, habe ihm Haniel mitgeteilt, erfuhr das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen. Diesen Grund halten Insider jedoch für vorgeschoben, denn die Konzernsatzung erlaubt eine Aufsichtsratstätigkeit bis zum Alter von 75 Jahren. Zudem gilt Schneider, der auch Aufsichtsrat bei Bayer, Linde und Tui ist, als äußerst aktiv und durchsetzungsstark. Schneider reagierte auf die Ankündigung Haniels mit einem vorzeitigen Rücktritt aus dem amtierenden Aufsichtsrat – ein sehr ungewöhnlicher Schritt.

Zu den Umbauplänen im Aufsichtsrat wollte man sich gestern weder bei Metro noch bei Haniel offiziell äußern. Zu den Gerüchten, zwei weitere Aufsichtsratsmitglieder könnten bald schon aus dem Kontrollgremium ausscheiden, hieß es in Metro-Kreisen: Die Haltung mehrerer Mandatsträger gegenüber Franz Markus Haniel habe sich seit vergangenem Oktober gewandelt.

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