Mannesmann-Prozess „Dem Gesetz fehlt eine rote Linie“

Seite 2 von 2:

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte gestern, er hoffe auf "schnelle Aufklärung". Das Verfahren sei für den Standort Deutschland nicht unwichtig. Er ergänzte, "wir haben keinen Anlass gehabt, an der Rechtschaffenheit der Beteiligten zu zweifeln." Die meisten Prozessbeteiligten rechnen allerdings nicht mit einem schnellen Ende. "Es wäre für mich keine Überraschung, wenn sich das Verfahren länger als ein Jahr hinzöge", sagt einer der Verteidiger.

Wirtschaftsjuristen rechnen damit, dass die Staatsanwaltschaft große Probleme haben dürfte, den Angeklagten Vorsatz nachzuweisen. "Das Problem ist, dass das Aktiengesetz keine rote Linie zieht, ab der bei Vorstandsbezügen Strafbarkeit beginnt", sagt der Hamburger Wirtschaftsrechtler Michael Adams. Sollte das Gericht sich für mehr Transparenz und Kontrolle einsetzen, erwartet er "den Exodus in die Länder, die das Sündigen noch erlauben". Die Unternehmen beklagten sich bereits über zu hohe Steuern, zu viel Mitbestimmung, zu viel Bürokratie. "Wenn es ihnen jetzt auch noch an die Gehälter geht, werden die Holdings das Land verlassen. Dann gibt es keinen Ruck durch Deutschland, sondern einen Ruck aus Deutschland heraus."

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%