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Mannesmann-Prozess in Düsseldorf Die Attacken der Anwälte

Es wirkt wie eine Lappalie, was Rechtsanwalt Sven Thomas an diesem Mittwochmorgen um 11.11 Uhr beantragt. Ein scheinbar nebensächliches Schriftstück soll die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer verlesen, ein wenige Seiten umfassendes Papier, in dem sie im Oktober 2003 die Zulassung der Anklage näher erläutert hat.
  • P. Brors (M. Freitag, Düsseldorf)

Aber darin stehen einige Sätze, die nicht nur Anwalt Thomas wichtig sind. Zum Beispiel, dass die Kammer beim Angeklagten Klaus Esser nicht von "Käuflichkeit" ausgeht. "Eine solche kann nach derzeitigem Aktenstand nicht angenommen werden", wird die Richterin Koppenhöfer später vorlesen. Das bedeutet: Der frühere Mannesmann-Chef Esser hat sich nicht bestechen lassen, als er am 3. Februar 2000 der Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonkurrenten Vodafone zustimmte.

Das ist ein erster kleiner Sieg für die Verteidigung, und es ist ein Beispiel für das, was noch auf das Gericht zukommen kann in den kommenden Wochen und Monaten. Es wird oft um Formalien gehen, um juristische Details. Und auch im Kampf um das Kleinklein der Übernahmeschlacht wird es darum gehen, wer den Kampf um die öffentliche Meinung gewinnt: die Staatsanwälte, die Selbstbedienung und Bestechlichkeit ahnden wollen; oder die Angeklagten, die als Saubermänner das Gericht verlassen wollen, am liebsten so schnell wie möglich.

Für die Medien ist schon vor dem ersten juristischen Winkelzug klar, dass an diesem Tag Geschichte geschrieben wird, Wirtschaftsgeschichte; in einem verwinkelten, mit dunkelroten Ziegeln verklinkerten Gerichtsgebäude am Rande der Düsseldorfer Altstadt. Seit dem frühen Morgen drängeln sich unzählige Journalisten vor dem großen Schwurgerichtssaal L 111. Mächtige Kamerascheinwerfer schneiden helle Inseln in die ansonsten nur schwach ausgeleuchteten Gänge. Sie bereiten den Laufsteg für den Aufmarsch der dunklen Anzüge.

Verhandelt wird das vielleicht wichtigste Wirtschaftsstrafverfahren seit Jahrzehnten in diesem Land. Angeklagt sind keine windigen Geschäftemacher, sondern einige der bekanntesten deutschen Unternehmensführer.

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