Marcelino Fernández Verdes Dem Hochtief-Chef gelingt mit Abertis-Deal ein Coup

Der Spanier baut Hochtief mit harter Hand um. Die abgesagte Bieterschlacht um Abertis triebt jetzt den Aktienkurs in die Höhe.
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Bei Kritikern gilt der Manager als kühler und harter Chef. Quelle: dpa
Marcelino Fernández Verdes

Bei Kritikern gilt der Manager als kühler und harter Chef.

(Foto: dpa)

MadridEs sind große Worte, die der Präsident des Fußballclubs Real Madrid und Verwaltungsratschef des Baukonzerns ACS für Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes wählt: „Marcelino ist in der Baubranche der beste Manager der Welt“, sagte Florentino Pérez gerne. Deshalb übertrug er dem 62-Jährigen in der Vergangenheit mehr und mehr Verantwortung.

Es scheint, als sei er der Meinung, ein Chefposten allein würde den energiegeladenen Spanier nicht auslasten. So leitete Fernández bis vor kurzem zeitgleich Hochtief und die australische ACS-Tochter Cimic. Seit dem vergangenen Sommer ist er neben seiner Führungsposition bei Hochtief auch CEO der spanischen Mutter ACS.

Die Spanier hatten Hochtief 2011 übernommen und Fernández Ende 2012 zum Vorstandschef gemacht. Der verkaufte Randaktivitäten von Hochtief und stärkte die Risikokontrolle ebenso wie die Bilanz.

Der Aktienkurs von Hochtief hat sich unter seiner Ägide von 38 auf 146 Euro nahezu vervierfacht. Zu seinem Managementstil gehört ein strikter Fokus auf Zahlen und Zielvorgaben, der ihm bei Kritikern den Ruf eines kühlen und harten Chefs eingebracht hat.

Fernández gilt als rechte Hand von Pérez. Zusammen stemmten die beiden in den vergangenen Jahren zahlreiche Übernahmen von ACS. Nachdem der italienische Mautbetreiber Atlantia im vergangenen Frühjahr ein Übernahmeangebot für den spanischen Autobahnbetreiber Abertis abgegeben hatte, arbeiteten Fernández und Pérez eine Gegenofferte aus. In Madrid ist zu hören, dass die spanische Regierung Abertis nicht in ausländischen Händen sehen wollte und daher heimische Konzerne ermunterte, ebenfalls zu bieten.

Fernández bot rund 18 Milliarden für Abertis und verteidigte die Übernahme vor Investoren und Journalisten. Bei einer Präsentation in Madrid lief er auf der Bühne unentwegt von links nach rechts, sprang zu seiner Powerpoint-Folie an der Wand, gestikulierte ausladend und erweckte den Eindruck, er sei vollends von seinem Plan überzeugt.

Doch die Italiener kündigten an, ihre Offerte nachzubessern – es drohte ein teures Bietergefecht. In den vergangenen Tagen verhandelten Pérez und Fernández deshalb mit den Italienern einen gemeinsamen Deal. Die drei Unternehmen gründen eine Holding, an der Atlantia 50 Prozent plus eine Aktie halten wird, ACS 30 Prozent und Hochtief 20 Prozent minus eine Aktie.

Fernández hat damit zwar nicht die Zielvorgaben erfüllt. Aber er hat ACS und Hochtief wahrscheinlich trotzdem einen großen Dienst erwiesen. Hochtief legte am heutigen Mittwoch an der Börse zwischenzeitlich fast sechs Prozent zu.

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